Der Zeckenbiss und seine Folgen
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Der Zeckenbiss und seine Folgen
Um den Kontakt mit einer Zecke von vornherein zu vermeiden, empfiehlt sich in gefährdeten Gebieten das Tragen von heller, langer Kleidung und einer Kopfbedeckung. Nach dem Aufenthalt in freier Natur sollte das sorgfältige Absuchen des Körpers nach Zecken nicht vergessen werden.
Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Zeckenbiss, packen Sie die Zecke so weit wie möglich vorne an der Einstichstelle, am besten mit einer Splitterpinzette, einer Zeckenpinzette oder einer Zeckenschlinge. Anschließend ziehen Sie die Zecke mit gleichbleibender Kraft heraus (nicht drehen!). Falls der Kopf der Zecke in der Haut steckenbleibt, konsultieren Sie bitte einen Arzt.
Durch einen Zeckenbiss können zwei Krankheiten übertragen werden:
1. FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)
Die ersten Symptome entsprechen einer Grippe mit mäßigem Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Nach Ausbruch der Krankheit ist eine Therapie der FSME sehr schwierig. Bei etwa 10 Prozent der infizierten Personen befällt das Virus auch das Nervensystem (Gehirn und Hirnschleimhäute). Etwa 10 Prozent dieser Patienten leiden an Spätfolgen der FSME wie z. B. Konzentrationsstörungen; Kopfschmerzen und Psychosen kommen am häufigsten vor, Lähmungen sind sehr selten. Nach überstandener Infektion besteht lebenslange Immunität.
Etwa 10 Prozent dieser Patienten leiden an Spätfolgen der FSME wie z. B. Konzentrationsstörungen; Kopfschmerzen und Psychosen kommen am häufigsten vor, Lähmungen sind sehr selten. Nach überstandener Infektion besteht lebenslange Immunität.
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Die Inkubationszeit beträgt ca. sieben bis 14 Tage, in seltenen Einzelfällen bis 28 Tage.
Zum Schutz vor FSME steht eine aktive Schutzimpfung zur Verfügung. Dabei sind für einen kompletten Impfschutz drei Impfungen notwendig (zwei Teilimmunisierungen, eine Boosterung = Grundimmunisierung). Auffrischimpfungen sind abhängig vom Grad der Gefährdung, aber grundsätzlich nach drei Jahren erforderlich. Für sämtliche von der STIKO (ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts) empfohlenen Schutzimpfungen übernimmt die BKK Scheufelen die Kosten für den Impfstoff; dies gilt auch für die Zeckenschutzimpfung. Nehmen Sie an unserem Gesundheits-Bonus teil, erhalten Sie zudem für die Impfung eine Geldprämie!
2. Lyme-Borreliose
Nach wie vor ist es sehr schwierig, Borreliose eindeutig festzustellen, da die Symptome sehr vielfältig sind. Die Erreger dafür befinden sich im Mitteldarm der Zecke. Da die Bakterien verzögert mit den Exkrementen der Zecke in unseren Körper gelangen, ist eine Übertragung in den ersten zwölf bis 24 Stunden nach dem Biss unwahrscheinlich. Somit kann durch schnelles Entfernen der Zecke eine Infektion mit Borreliose meist verhindert werden. Oft treten erst nach Wochen oder Monaten Rötungen an der Einstichstelle auf. Sollte dies der Fall sein, gehen Sie bitte zum Arzt. Je nach Ausbreitung der Erreger und Dauer der Infektion unterscheiden Ärzte drei Krankheitsphasen. Diese müssen jedoch nicht zwingend nacheinander auftreten. Eine spontane Ausheilung ist in jeder Phase der Borreliose möglich. Etwa 50 Prozent der Infektionen verlaufen völlig beschwerdefrei.
Die Inkubationszeit nach dem Zeckenstich variiert sehr stark: Tage bis Wochen für Phase 1, Wochen bis Monate für Phase 2 und schließlich Monate bis Jahre für Phase 3. Eine Impfung gegen Lyme-Borreliose gibt es leider noch nicht.
Phase 1 – Lokalinfektion
An der Einstichstelle kann ein roter Fleck entstehen, der sich Schritt für Schritt vergrößert und sich in der Mitte meist hell bis weiß färbt. Zusätzlich können durch die Viren Grippesymptome wie Fieber, Bindehautentzündung, Kopf- und Muskelschmerzen, Gelenkentzündung und Lymphknotenschwellungen auftreten. Circa 30 Prozent der Borrelien-Infektionen verlaufen ohne die typische Hautrötung.
Phase 2 – Verbreitung des Erregers
Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich treten brennende Nervenschmerzen auf, meist in der Nähe der Einstichstelle. Oft kommt es in dieser Phase zu Schwellungen der Lymphknoten, Lähmungen und Gefühlsstörungen. In manchen Fällen kann auch das Herz betroffen sein, dann tritt zum Beispiel eine Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung auf. In Einzelfällen entstehen rötliche Hauttumore, die sich vor allem an Ohrläppchen (bei Kindern), Brustwarzen oder dem Hodensack befinden.
Phase 3 – chronische Infektion (Spätmanifestation)
Monate bis Jahre nach der Infektion kann eine Entzündung der Gelenke auftreten. Das betroffene Gelenk kann immer wieder anschwellen. Ebenfalls kann es zu Hautveränderungen kommen, in denen sich die Haut blaurot verfärbt. Später wird die Haut sehr dünn und lässt sich wie Seidenpapier falten. In sehr wenigen Fällen entwickelt sich im Spätstadium eine Entzündung des Gehirns.
ABER NICHT JEDER ZECKENBISS FÜHRT ZUR BORRELIOSE!
