Fettstoffwechselstörungen
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Lipidanalyse zur Erkennung von Fettstoffwechselstörungen
Da 40 % aller deutschen Erwachsenen, oft ohne es zu wissen, unter einer Fettstoffwechselstörung leiden, hat das Aesculap Gesundheitsmanagement – an der Spitze Dr. Edith Jenkner gemeinsam mit der BKK Aesculap – den Beschäftigten im Unternehmen Lipidanalysen angeboten. Nach dem großen Andrang im Winter 2007 wollten im März 2008 erneut 69 Mitarbeiter ihre Werte ermitteln lassen.
Dabei wurde jeweils der Gesamtcholesterinwert mit den Untergruppen High Density Lipoprotein (HDL) und Low Density Lipoprotein (LDL) sowie die eigentlichen Blutfette, die Triglyceride, bestimmt. HDL ist das sogenannte gute Cholesterin, während LDL das sogenannte schlechte Cholesterin ist. Anstrebenswerte Zielwerte für HDL bei vorbestehenden Risikofaktoren wie koronare Herzkrankheit, Hypertonie und Diabetes mellitus wurden erstellt.
Ein Blutzuckerfrüherkennungswert wurde ebenfalls gemessen, da erhöhte Blutzucker-, Cholesterin- und Blutfettwerte sich gegenseitig unheilvoll beeinflussen und ergänzen.
Überhöhte Cholesterin- und Blutfettwerte können anlagebedingt, überwiegend aber durch falsche Ernährung, unterstützt durch Bewegungsmangel, auftreten. Schilddrüsenunterfunktion, schlecht eingestellte Zuckererkrankung, chronische Leber- und Galleerkrankungen sowie bestimmte Medikamente (Ovulationshemmer, Entwässerungspillen und Cortison) können ebenso die Ursache sein. Zu niedrige Cholesterinwerte gibt es bei Schilddrüsenüberfunktion, chronischen Infekten oder bösartigen Tumoren.
Cholesterin ist das prominenteste Lipid, d. h. Fett im Blut, und ist ein wichtiger Bestandteil der Zellwände, ein Vorläufer von Gallensäure sowie von bestimmten Hormonen und außerdem wichtig zur körpereigenen Herstellung von Vitamin D. Nur 20 % werden mit der Nahrung aufgenommen, der Rest wird überwiegend in der Leber hergestellt und von ihr mit Transportfetteiweißstoffen (HDL, LDL) weitergeleitet. Das LDL transportiert das Cholesterin von der Leber zu den Körpergeweben, wo es verstoffwechselt wird oder sich an den Gefäßwänden in Form von Arteriosklerose ablagert. Dies geschieht verstärkt, wenn zu viel Cholesterin vorhanden ist. Das HDL nimmt überschüssiges Cholesterin auf und transportiert es zur Leber zurück, wobei das HDL auch Cholesterin aus arteriosklerotischen Gefäßveränderungen aufnehmen kann und so die Gefäßablagerungen verändert. Die Triglyceride werden fast ausschließlich über die Nahrung aufgenommen, über das Blut zu den Fettzellen gebracht und dort abgelagert. So kommen sie auch an die Gefäßwände und sind mit an der Entstehung der Arteriosklerose beteiligt.
Was kann man tun?
Bei erhöhten Cholesterin- und Blutfettwerten sollte durch mehrere Kontrollen festgestellt werden, ob es sich um einen Ausrutscher oder eine echte Abweichung von der Norm handelt. Hohe Cholesterinwerte sind nicht zwangsläufig Auslöser für einen Herzinfarkt und auch die allgemeine Regel „kein erhöhtes Cholesterin – kein Herzinfarkt“ ist nicht ganz richtig. Wichtig ist das Verhältnis von LDL zu HDL (nicht zu verwechseln mit dem TC/HDL-Verhältnis), das unter drei liegen und nicht größer als fünf sein sollte, da ansonsten ein deutlich erhöhtes Herzinfarktrisiko besteht. Generell gilt, je mehr Risikofaktoren bestehen, um so näher sollte Cholesterin dem Normwert von 200 mg/dl entsprechen und besser noch darunter liegen.
Richtwerte
Blutfettwerte Richtwerte in mg/dl
günstig grenzwertig ungünstig
Gesamtcholesterin (TC) < 200 200 – 239 > 240
HDL- Cholesterin > 60 60 – 40 < 40
LDL- Cholesterin < 160 abhängig von Risikofaktoren 100 – 130
Triglyceride (TRG) < 150 150 – 199 > 200
TC/HDL-Verhältnis < 4,5
