Internetdiagnosen
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Internetdiagnosen
Haben Sie sich schon oft gefragt: Welche Krankheit habe ich oder welche Krankheiten haben welche Beschwerden? Würden Sie zum Bäcker gehen, um eine Virusgrippe behandeln zu lassen? Oder würden Sie Ihre Friseurin bitten, bei einem auffälligen Muttermal eine Krebsdiagnose zu stellen? Jeder klar denkende Mensch würde diese Frage mit einem vehementen „Natürlich nicht!“ beantworten.
Jedoch muss man sich bei aller Ironie dieser Fragestellungen vor Augen halten, dass diese Gedanken gar nicht so abwegig sind; immerhin greifen immer mehr Menschen auf das Internet und dessen Informationsflut zurück, bevor sie sich mit einem gesundheitlichen Problem in ärztliche Behandlung begeben.
Ein komisches Ziehen im Bauch, der seltsame Ausschlag an den Armen oder ständige Kopfschmerzen – nach ein paar Klicks im Netz findet man zu fast allen Symptomen eine passende Diagnose. Zwischen einer harmlosen Hautirritation und Krebs hat das Internet meist alles im Angebot. Es ist oft die erste Anlaufstelle für Menschen mit Krankheitsängsten – die Hemmschwelle ist hier einfach niedriger.
Wo sonst kann man sich anonym z. B. über Geschlechtskrankheiten informieren?
Doch Vorsicht: Die zahlreichen Krankengeschichten aus dem Netz hinterlassen bei vielen ein mulmiges Gefühl. Und wer ohnehin zur Hypochondrie neigt, fühlt sich nach einem Online-Gesundheitscheck schnell kranker als zuvor. Die Online-Diagnose ersetzt keine Untersuchung durch einen ausgebildeten Arzt. Sie kann nur helfen, mögliche Krankheiten zu ermitteln, die mit den eingegebenen Symptomen korrelieren. Niemals kann sie zu 100 Prozent GENAU DIE Krankheit ermitteln, die tatsächlich vorhanden ist.
