Kleiner Erste-Hilfe-Ratgeber für zu Hause

Aua! Was tun, wenn …

Schnell ist es passiert: Sie rutschen beim Gemüseschneiden mit dem Messer ab oder greifen in die Scherben eines zerbrochenen Glases. Autsch! Ein kurzer Schmerz und schon fließt
Blut. Was ist zu tun?

Zunächst einmal: Ruhe bewahren! Das Wichtigste bei einer blutenden Schnittwunde ist es, die Blutung zu stoppen und darauf zu achten, dass kein Schmutz in die Wunde gelangt. Dazu sollte mit einem leichten Desinfektionsmittel und einer sterilen Kompresse die Stelle gereinigt werden. Anschließend muss die Wunde verbunden werden; blutet sie stark, ist es ratsam, einen Druckverband anzulegen.

Druckverband

Hierfür benötigt man drei bis vier sterile Kompressen, zwei Verbandspäckchen sowie ein Paar Aidshandschuhe (Verbandskasten). Ziehen Sie die Aidshandschuhe an (Eigenschutz geht vor) und öffnen Sie die sterilen Kompressen. Fassen Sie sie dabei nur am äußersten Eck an, damit keine Keime in die Wunde gelangen. Legen Sie mehrere Kompressen übereinander auf die Wunde. Öffnen Sie ein Verbandspäckchen und wickeln Sie das Material drei- bis viermal mit einem leichten Zug um die verletzte Körperstelle. Legen Sie nun das zweite Verbandspäckchen auf die Stelle des Verbandes, unter der sich die Wunde befindet. Verbinden Sie dann weiter, achten Sie aber darauf, dass der Druck nicht zu stark wird: Die Stellen um den Verband dürfen nicht blau oder kalt werden, denn der Verband soll zwar den Zufluss des Blutes erschweren, nicht aber den Abfluss.

Der verletzte Teil des Körpers sollte insgesamt über Herzniveau gehalten werden. Ist die Wunde versorgt, ist es ratsam, unverzüglich einen Arzt zu konsultieren, der klärt, ob die Verletzung genäht oder geklebt werden muss. Ganz wichtig dabei: Stecken noch Gegenstände wie Glasscherben in der Wunde, dürfen diese auf keinen Fall herausgezogen werden. Sie könnten verletzte Gefäße freigelegen, die dann ebenfalls stark zu bluten beginnen. In diesem Fall muss unbedingt der Rettungsdienst verständigt – (112 gilt in ganz Deutschland) –, der betroffene Körperteil über Herzniveau gehalten und der Blutfluss durch leichtes Abbinden der Wunde erschwert werden.

Tetanusschutz überprüfen!

Mit jeder Verletzung können Keime in die Blutbahn gelangen. Besonders gefährlich sind Tetanusbakterien, die Erreger des Wundstarrkrampfes (Tetanus). Sie produzieren ein Gift, das zu Muskelkrämpfen am ganzen Körper führen kann. Ein solcher Wundstarrkrampf endet in 10 bis 20 % der Fälle tödlich. Liegt die letzte Tetanus-Impfung länger als fünf Jahre zurück, sollte sie aufgefrischt werden. Besteht keine Grundimmunisierung oder ist nicht klar, wann die letzte Auffrischung stattgefunden hat, empfiehlt sich eine aktive Impfung.
Bei Verbrennungen kommt es zur Schädigung der Haut sowie von tiefer gelegenem Gewebe. Das Ausmaß der Schädigung hängt von der Temperatur und der Einwirkungsdauer der Hitzequelle ab. Während Verbrennungen durch Flammen, heiße Dämpfe, Gase, Feststoffe, elektrischen Strom und Strahlung entstehen können, spricht man von Verbrühungen, wenn sie durch Flüssigkeiten verursacht wurden. Beide Verletzungen behandelt man gleich.

Verbrennungstiefe

Verbrennung ersten Grades:

Hierbei ist nur die oberste Hautschicht (Epidermis) verbrannt. Die Haut ist gerötet, trocken, geschwollen und tut weh. Die Wunde heilt meist innerhalb einiger Tage von selbst, ohne eine Narbe zu hinterlassen. Bei kleinen Flächen können diese Wunden meist mit einer speziellen Salbe gegen Verbrennungen behandelt werden. Verbrennungen, die größer sind als die Handfläche des Opfers, sollten in jedem Fall einem Arzt vorgestellt werden.
Verbrennung zweiten Grades:

Hier wurden die Epidermis und die Lederhaut beschädigt.

Sind nur die obersten Schichten der Lederhaut betroffen, ist die Wunde rot und es bilden sich Blasen. Die Wunde nässt und die Blasen füllen sich mit Flüssigkeit. Sind tiefere Schichten der Lederhaut verbrannt, ist die Haut eher trocken und es bilden sich nur wenige Blasen. Drückt man leicht auf die verbrannte Haut, fühlt sie sich hart und hölzern an. Auch hier gilt: Verbrennungen, die größer als die Handfläche des Opfers sind, sollten so schnell wie möglich in der Klinik behandelt werden, das heisst der -> Rettungsdienst muss verständigt werden. Bei Kindern empfiehlt sich dies generell.

Verbrennung dritten Grades:

Hier ist die gesamte Haut mitsamt Haarwurzeln verbrannt und das unter der Haut liegende Fettgewebe liegt frei. Zusätzlich können darunter liegende Muskeln, Sehnen, Nerven, Blutgefäße oder Knochen verletzt sein. Die Haut sieht entweder weißlich, rötlich, braun oder tiefschwarz aus. Die Wunde ist trocken, bildet keine Blasen und ist sehr hart. Das Opfer hat meistens keine Schmerzen, da Nerven und Gefäße von der Hitze zerstört wurden. Hier gilt: Sofort den Rettungsdienst verständigen!

Durch die Zerstörung der Haut und von tiefer gelegenem Gewebe gehen große Mengen an Flüssigkeit verloren und es entsteht eine stark infektionsgefährdete Wundfläche.

Daher:

  • Kleiderbrände so schnell wie möglich löschen.
  • Kleidungsreste, die an der Haut kleben, auf keinen Fall entfernen.
  • Bei Verbrühungen Kleidung möglichst schnell entfernen.
  • Als Erstmaßnahme sollten die verbrannten Stellen mit Leitungswasser (18° bis 20° C) gekühlt werden, bis Linderung des Schmerzes eintritt. So wird zudem ein sogenanntes Nachbrennen verhindert – Extremitäten unter fließendem Wasser, Rumpf mit nassen Kompressen.

Vorsicht:

Eine Kaltwasserbehandlung birgt vor allem bei großflächigen Verbrennungen die Gefahr einer Unterkühlung. Sollte das Opfer mit Kältezittern reagieren, muss die Kühlung sofort abgebrochen werden.

Als nächstes müssen die Brandwunden steril verbunden werden – dabei bitte keinerlei Cremes auftragen. Am besten verwendet man dazu spezielle mit Aluminium bedampfte Kompressen, da diese nicht an der Wunde kleben. Der Verband sollte nicht zu fest sitzen, damit keine Schmerzen entstehen.

Wichtig:

Bei großflächigen Verbrennungen vor allem ab dem zweiten Grad sowie bei Kindern sollte in jedem Fall so schnell wie möglich der Rettungsdienst alarmiert werden – (112 in ganz Deutschland) –, da die Opfer einen Verbrennungsschock erleiden und das Bewusstsein verlieren könnten.

Beim Notruf unbedingt Ruhe bewahren und dem Rettungsdienstmitarbeiter am Telefon genau schildern, was passiert ist. Nur so kann schnelle Hilfe erfolgen.