Biographisches kontra biologisches Alter

… so alt, wie man sich fühlt?!

Vielleicht haben Sie ja den Film „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ gesehen? Er führt den Prozess des Alterns thematisch auf sehr unterhaltsame Weise ad absurdum. Doch wie ist das in der Realität? Fühlen Sie sich mit 30 schon wie 50? Oder haben Sie das Gefühl,dass Sie als Rentner mit mehr Power im Leben stehen als wesentlich jüngere Zeitgenossen? Was ist Alter, woher kommen die Unterschiede? Gehen Sie mit uns auf Spurensuche.

Das Alter, das im Pass steht, das sogenannte „chronologische Alter“, ist nicht zwangsweise identisch mit Ihrem biologischen Alter. Letzteres beschreibt den Zustand und die Fitness von Körper und Geist und kann durchaus vom „realen“ Alter abweichen.

Im Durchschnitt fünf Jahre jünger

Viele Deutsche fühlen sich etwa fünf Jahre jünger, als es in ihrem Pass steht. Und sie genießen es, jünger geschätzt zu werden. Forscher haben daher den Begriff des biologischen Alters geprägt. Verantwortlich für den Effekt des gefühlten oder sichtbaren Alters ist einerseits eine ungesunde Lebensweise. Das können z. B. zu viel Genussgifte (Nikotin, Alkohol), aber auch körperlich anstrengende Arbeit oder zermürbende Lebenskrisen sein. Diese lassen Menschen eher älter erscheinen. Andere Gewohnheiten
hingegen haben den umgekehrten Effekt: Z. B. regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und Erholung, wenig Genussgifte und eine ausgewogene Ernährung tun Körper und Geist gut –
man sieht weniger verbraucht aus, fühlt sich besser und lebt es auch aus.

Vergleicht man einige Rentner von heute mit einer Generation vorher, fällt auf, dass die alten Menschen heute nicht nur rüstig, sondern tatsächlich jünger wirken. Somit ist nachvollziehbar, dass unsere Lebensweise einen entscheidenden Einfluss auf unser Alter hat. Das biologische Alter ist deshalb eher ein Gradmesser für den individuellen körperlichen Zustand und die Gesundheit eines Menschen als für das tatsächliche Lebensalter.

Niemand wird jünger, aber die Alten werden mehr

Laut Statistischem Bundesamt wird die Zahl der 60-Jährigen mit gut einer Million im Jahr 2050 doppelt so hoch sein wie die Zahl der Neugeborenen; 2005 gab es noch fast genauso viele Neugeborene wie 60-Jährige. Die Zahl der 80-Jährigen und Älteren wird von nicht ganz vier Millionen im Jahr 2006 auf zehn Millionen im Jahr 2050 ansteigen.

Altern beginnt ja bereits im Mutterleib. Körperzellen und Organe sind einem ständigen Wandlungsprozess unterworfen – sie verändern sich und passen sich an. Doch nur bis zu einem gewissen Punkt geht es in der Entwicklung nach oben – irgendwann beginnt diese Lebenskurve auch wieder zu sinken.

Doch was löst es aus – warum altern wir? Eine These ist, dass unsere Gene das „Wie“ dieser Prozesse unwiderruflich festschreiben. In Kombination mit den Lebenserfahrungen, die jeder Mensch macht – gute wie schlechte –, entsteht so ein individueller Alterungsprozess. Selbst innerhalb von Familien kann dieser genetisch bedingt sehr unterschiedlich ablaufen (z. B. Erbkrankheiten, Mutationen).

Laut WHO wird ein Mensch ab 65 als alt definiert. Altern ist zwar keine Krankheit, doch kann es so ablaufen, dass Menschen im Alter starken Beeinträchtigungen ausgesetzt sind. Achten wir also auf unsere Mitmenschen und geben ihnen (und uns) ein gutes Lebensgefühl – gleichgültig, wann wir geboren sind.

Kennen Sie Ihr biologisches Alter?

Probieren Sie es selbst aus. Testen und trainieren Sie sich und danach Berechnen Sie Ihr biologisches Alter