Die Sonne lacht – Ihre Haut nicht
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Bräunen, ohne rot zu werden
Die Sonne lacht – Ihre Haut nicht
Nach dem Sommer sehnen sich in unseren Breitengraden wohl die meisten Menschen: Sommer bedeutet Sonne und Wärme, lange Ferien und laue Sommerabende. Bei angenehmen Temperaturen bedeutet das reichlich Zeit für zahlreiche Aktivitäten im Freien. Ob faulenzen, am Strand Sonne tanken, Grill- und Gartenfeste mit Freunden feiern, ob segeln, paddeln oder Rad fahren – der Sommer hat viel zu bieten. Die warme Jahreszeit birgt aber auch einige Risiken für die Gesundheit, wie z. B. die Gefahr durch zu intensive Sonneneinstrahlung. Um den Sommer auszukosten und in vollen Zügen genießen zu können, sollten Sie daher vorsorgen und sich rechtzeitig informieren.
Der Aufenthalt in der Sonne will richtig dosiert sein, sonst macht er krank. Zu viel Sonneneinstrahlung verursacht Sonnenbrand und als Langzeitfolge Hautkrebs. Am häufigsten entsteht ein Sonnenbrand durch zu lange Sonnenbäder, durch ein Unterschätzen der Sonneneinstrahlung sowie z. B. durch Reflektion an bewölkten Tagen bzw. im Schatten.
Hoher Schutzfaktor verführt zum Leichtsinn
Es gibt heutzutage auch Sonnenschutzmittel, die nicht nur gegen UVB, sondern auch gegen UVA-Strahlen schützen. Bis heute gibt es aber keine Norm für UVA-Schutz. Deswegen sind die Zahlen des Lichtschutzfaktors, die der Hersteller auf die Verpackung druckt, wenig aussagekräftig. Sie sagen dem Käufer letztlich nicht, ob bzw. wie weit er wirklich vor UVA-Strahlen geschützt wird.
Hohe Schutzfaktoren sollen das gefährliche UV-Licht abhalten, besonders beim hellen Hauttyp, der gerade mal fünf bis zehn Minuten ungeschützt in die Sonne darf. Doch der Lichtschutzfaktor ist nur ein Indikator dafür, um wie viel sich idealerweise die Zeit fürs Sonnen erhöht. Eine Creme mit dem Lichtschutzfaktor 10 erlaubt einem hellhäutigen Typ theoretisch, 50 Minuten in der Sonne zu bleiben – ohne einen Sonnenbrand zu riskieren.
Die Wahl eines hohen Lichtschutzfaktors kann auch Gefahren bergen. Das Fatale an einer Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor ist, dass viele sie auftragen, um dann umso länger in der Sonne bleiben zu können – sie nutzen den hohen Lichtschutzfaktor also , um braun zu werden. Das ist gefährlich, weil man dann zwar kaum einen Sonnenbrand bekommt – denn der hohe Lichtschutzfaktor schützt davor –, dafür aber sehr viel mehr von der UVA-Strahlung aufnimmt.
Weitere Risiken
Wenn Sie zu Allergien neigen, sollten Sie einen Arzt oder Apotheker fragen, ehe Sie sich für ein Lichtschutzmittel entscheiden. Denn in diesem Fall ist eine Creme, die Substanzen wie Zinkoxid oder Titandioxid enthält, häufig besser. Kinder benötigen einen besonders guten Sonnenschutz. Sie sollten sich vorsorglich gut eincremen und sich nur im Schatten aufhalten.
Was ist Sonnenbrand?
Durch UVA-Strahlen wird man zwar schön braun, doch jede Bräunung ist im Grunde nichts anderes als eine begrenzte Schutzfunktion der Haut. Das heißt, die Pigmentierung der Haut, die normalerweise die UVA-Strahlung und die energiereichere UVB-Strahlung abblocken soll, reicht nicht aus. Dies ist besonders bei sehr hellhäutigen Menschen oder bei intensiver Sonneneinstrahlung der Fall.
Sonnenbrand ist eine akute Entzündung der Haut, die etwa sechs bis acht Stunden nach der Sonneneinwirkung Schmerzen und Juckreiz zur Folge hat. Bei einem großflächigen Sonnenbrand können zusätzlich Blasenbildung und Fieber auftreten. Die Hautrötung bleibt auf die belichteten Stellen begrenzt. Nach ein bis zwei Wochen ist der Sonnenbrand ausgeheilt. Zurück bleibt die Verdickung (Lichtschwiele) und Bräunung der Haut. Es können aber auch krankhafte Hautreaktionen und Hautschäden bei einer Überdosierung von UV-Licht verursacht werden.
Im Allgemeinen unterscheidet man drei Schweregrade
1 Grad: schmerzhafte Rötung, Schwellung
2 Grad: Blasenbildung
3 Grad: weitgehende Zerstörung: Ablösung der Oberhaut
Was ist zu tun?
In diesem Fall sollte man jede weitere Sonnenbestrahlung bis zur vollständigen Abheilung vermeiden. Kühlende Umschläge wirken lindernd. Außerdem sollte reichlich getrunken werden, da der Körper – wie bei jeder Verbrennung – einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf hat.
Ein leichter Sonnenbrand kann gut mit kühlenden Gelen oder Lotionen behandelt werden. Zur Wundheilung im Anschluss an die akute Phase tragen feuchtigkeitsspendende und dexpanthenolhaltige Lotionen (z. B. Bepanthen) bei. Schmerzmittel aus der Gruppe der Prostaglandinsynthesehemmstoffe wie z. B. Acetylsalicylsäure (ASS) wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend. Diese Medikamente hemmen die Bildung der Prostaglandine, der körpereigenen Botenstoffe, bei der Entstehung und Unterhaltung von Entzündungsreaktionen, Fieber und Schmerzen. Bei stärkeren Verbrennungen mit Blasenbildung sowie bei einer Allgemeinsymptomatik wie Kopfschmerzen, Fieber oder Schüttelfrost sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Er verordnet dann eventuell Cortison, um die Entzündung zu hemmen, oder behandelt den Sonnenbrand systematisch mit stärkeren Prostaglandinsynthesehemmern, z. B. mit Diclofenac. In jedem Falle muss ein Arzt aufgesucht werden, wenn kleine Kinder betroffen sind oder zusätzlich Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen, hohes Fieber und Schüttelfrost auftreten, die auf einen Hitzschlag oder Sonnenstich hinweisen.
Folgen von Sonnenbrand
Bei einem schweren Sonnenbrand, der eine Verbrennung zweiten Grades bedeutet, können entstellende depigmentierte Narben zurückbleiben. Weiterhin sind Sonnenbrände ein begünstigender Faktor für die Entstehung von Hauttumoren, und zwar auch dann, wenn sie bereits Jahrzehnte zurückliegen. So sollen häufige Sonnenbrände in der Kindheit ein Risikofaktor für die spätere Entstehung von Hautkrebs sein. Besonders gefährdet sind sehr hellhäutige Menschen und Kinder.
Tipps für den richtigen Umgang mit der Sonne
- Vermeiden Sie möglichst direkte Sonne bzw. UV-Strahlung. Auch bei bedecktem Himmel oder unter dem Sonnenschirm wirkt die UV-Strahlung aufgrund von Reflektionen.
- Denken Sie beim Sonnenbaden immer an die Kopfbedeckung und nutzen Sie in jedem Fall Sonnenschutzmittel. Wer auf Nummer sicher gehen will, verwendet angebrochene Produkte aus der vergangenen Saison nicht mehr.
- Sonnenschutzmittel sollten 20 bis 30 Minuten vor dem Sonnen aufgetragen werden.
- Wer sich zwischendurch zur Erfrischung in die Fluten stürzt, muss sich anschließend wieder eincremen – auch dann, wenn das Mittel als „wasserfest“ beworben wird.
- Vermeiden Sie die Mittagssonne zwischen 12 und 15 Uhr.
- Gewöhnen Sie die Haut langsam an die Sonne. In den ersten Urlaubstagen sind Schattenplätze zu empfehlen.
- Die Länge des Sonnenbades sollte sich auch nach dem Hauttyp richten und selbst bei nicht spürbarer Sonne ist Vorsicht geboten.
- Augen sollten durch Sonnenbrillen geschützt werden. Das gilt auch für Kinder. Die Gläser müssen UVA- und UVB-Strahlung absorbieren. Dunkle Gläser ohne ausreichenden UV-Schutz bewirken nämlich das Gegenteil, da durch die erweiterte Pupille mehr UV-Licht eindringt als beim ungeschützten Auge.
- Kinder unter fünf Jahren sollten ganz besonders vor jeder Art eines Sonnenbrandes geschützt werden, da jeder Sonnenbrand in diesem Alter u. a. das Hautkrebsrisiko erhöht. Denken Sie immer an einen passenden Kopfschutz und achten Sie darauf, dass sich Ihre Kinder und Babys nicht in der prallen Mittagssonne aufhalten.
- Bestimmte Medikamente (z. B. Antibiotika oder Antidepressiva) machen die Haut lichtempfindlicher oder lösen lichtbedingte Allergien aus. Befragen Sie vorher Ihren Arzt.
