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die Gesundheit ins Rollen bringen
„…nur Genießer fahren Fahrrad und sind immer schneller da.“ In dem vor einigen Jahren sehr bekannten Popsong steckt mehr Weisheit als man zunächst denkt. Denn genießen kann man beim Radfahren nicht nur die eigene Geschwindigkeit, das Gefühl durch eigene Körperkraft „fliegend“ voranzukommen, sondern auch die Landschaft und das Bewältigen steiler Hügel. Daher zieht es gerade jetzt in der wärmeren Jahreszeit immer mehr Menschen raus auf die Zweiräder.
Eine richtige Radtour, die trotz Hindernisse wie Steigung, Müdigkeit oder Muskelkater bewältigt wurde, steigert Selbstbewusstsein, Ehrgeiz und Durchsetzungsvermögen. Dabei ist Radfahren keineswegs nur ein Sport für junge Sportskanonen mit Fitnesswahn. Auch im fortgeschrittenen Alter bietet es eine Förderung der Gesundheit und Lebensqualität. Da Gelenke durch Verlagerung des Körpergewichts auf den Sattel besonders geschont werden, ergeben sich auch bei Übergewicht ideale Trainingsmöglichkeiten. Zudem beugt die Bewegung chronischen Krankheiten vor.
Es gibt die verschiedensten Motivationen zum Radfahren. Von vielen Menschen wird das Fahrrad hauptsächlich als Gebrauchsgerät betrachtet, das eine umweltschonende und preiswerte Alternative zum Auto bietet. Ideal also:
Mit dem Fahrrad zur Arbeit
Warum nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und morgendlichen Stress und Parkplatzprobleme durch ein Fahrrad ersetzen? Was außer den steigenden Benzinpreisen für die „Alternative Fahrrad“ spricht, ist ein angemessener Ausgleich zu den meist einseitig belastenden Tätigkeiten bei der Arbeit. Bewegungsarme, sitzende Tätigkeiten zeigen ihre gesundheitlichen Belastungen oft erst langfristig durch ansteigendes Körpergewicht sowie schlechtere Stressbewältigung. Bewegung wird somit zum wichtigen Element der Lebensqualität.
Regelmäßiges Radfahren fördert die Funktion von Herz und Kreislauf, begünstigt den Stoffwechsel und die Abstimmung der Organe aufeinander. Trotzdem ist das tägliche Radfahren zur Arbeit weniger verbreitet als der allsonntägliche Ausflug ins Grüne. Dabei kann auch in größeren Städten ein angenehmer Weg durch stille Straßen mit Gärten oder Grünanlagen gewählt werden. Und selbst auf Hauptverkehrsstraßen ist für den Radfahrer aufgrund der besseren Luftzirkulation die Abgasbelastung wesentlich geringer als für Pkw-Insassen bei geschlossenen Fenstern.
Das Fahrrad ist schnell
Im innerstädtischen Bereich wird das Fahrrad auf den überwiegend drei bis fünf Kilometer langen Anfahrtsstrecken zum Arbeitsplatz von keinem anderen Verkehrsmittel übertroffen. Was viele Arbeitspendler tatsächlich oder vermeintlich daran hindert, auf das Rad umzusteigen, sind die vom Autoverkehr ausgehenden Gefahren, die aber häufig überschätzt werden. Bei guter Aufmerksamkeit sowie der richtigen Mischung aus defensivem und selbstbewusstem Fahren müssen diese Gefahren nicht größer sein als die beim Autofahren. Eine immer bessere Ausbauung der Radwege in Städten erleichtert die Fahrt zudem. Bei aller Vorsicht sollte jedoch auf einen Radhelm nicht verzichtet werden.
Tipps des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) auf dem Weg zur Arbeit:
- Fahren Sie für den täglichen Weg zur Arbeit kleinere Umwege auf angenehmen und ungefährlichen Straßen.
- Prüfen Sie Ihren Weg zur Arbeitsstelle auf seine Fahrradtauglichkeit. Ein Blick in den Stadtplan zeigt Ihnen auch wenig befahrene Nebenstraßen oder zum Fahrradfahren geeignete Verbindungswege in Grünanlagen.
- Versuchen Sie, an einem Sonntag bei entsprechend geringem Verkehr diesen Weg mit dem Fahrrad zurückzulegen. Berücksichtigen Sie dabei den Berufsverkehr an Werktagen und probieren Sie Alternativrouten aus.
- Sehen Sie nach, wo Sie in der Nähe Ihrer Arbeitsstelle Ihr Fahrrad diebstahlsicher abstellen können. Ihr Arbeitgeber wird Ihnen sicherlich bei der Suche nach einem geeigneten Platz behilflich sein.
Regelmäßiges Radfahren ist gesund
Britische Studien zeigen, dass Radfahren aufgrund der schonenden Bewegung und der vermiedenen Umweltverschmutzung aus medizinischer Sicht besonders gesundheitsfördernd ist, selbst dann, wenn Verkehrsunfälle berücksichtigt werden. Personen, die mehrmals wöchentlich aufs Rad steigen, sind wesentlich gesünder und seelisch ausgeglichener. Durch die Bewegung werden starke körperliche und geistige Veränderungen in Gang gesetzt sowie die Lebenserwartung erhöht.
Fahrradfahren wirkt sehr positiv auf:
- Lungen- und Atemwegsfunktionen
- Herz- und Kreislauferkrankungen
- Übergewicht
- mentale Erkrankungen und Stress
Leichtes Radfahren verbraucht vier bis fünf Kalorien in der Minute und setzt stimmungshebende Endorphine frei. In gewissem Maße werden auch Selbstvertrauen und Selbstachtung gestärkt.
Radeln Sie in den Sommer!
Als Anfänger sollten Sie keine Mammut-Touren starten, die Sie dann qualvoll hinter sich bringen. Fahren Sie zunächst zwei- bis dreimal die Woche für eine halbe Stunde, möglichst auf einer autofreien Strecke und mit durchschnittlichem Tempo. Anstrengendere Trainingsetappen sollten erst in der zweiten oder dritten Woche eingebaut werden. Steigern Sie diese Phasen langsam von zwei mal drei Minuten auf zwei mal sechs Minuten. Nach sechs bis acht Wochen können Sie die Anstrengungsphasen noch einmal auf zwei mal zehn Minuten verlängern. Nach etwa drei Monaten ist das Aufbauprogramm abgeschlossen.
Helm nicht vergessen
Auch bei kleineren Radtouren sollten Sie immer einen Helm aufsetzen. Neun von zehn Kopfverletzungen könnten allein durch einen Helm vermieden werden.
Besonders bei Kindern, die noch nicht sehr sicher auf dem Rad sind, sollte auf einen guten Helm geachtet werden. Am besten wird er im Fachhandel angepasst. Auf keinen Fall sollte der Helm zu groß sein oder starke Druckstellen erzeugen, da sonst die Schutzfunktion beeinträchtigt wird. Bei der Auswahl achten Sie am besten auf das TÜV-Siegel.
Unter www.rad-net.de können Informationen aus dem Breitensport-Angebot abgerufen werden und der ADFC informiert unter www.adfc.de ausführlich rund ums Rad.
