Kakao, Beeren und Co.: Viel mehr als ein Anti-Krebs-Cocktail!

Die phytochemischen Substanzen, die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe, sind eine Klasse von Molekülen in pflanzlichen Lebensmitteln, die den charakteristischen Geruch (Flavone), den Geschmack und die typische Farbe der jeweiligen Pflanze ausmachen.

Sie sind, je nach Substanz, ausgesprochen gesundheitsfördernd:
+ Sie greifen in Krebsentstehung und -prozess ein
= antikarzenogen.
+ Sie wirken als Radikalfänger.
+ Sie wirken antimikrobiell (gegen Mikroorganismen, Bakterien, Pilze und Viren).
+ Sie wirken entzündungshemmend.
+ Sie wirken gerinnungshemmend.
+ Sie wirken Cholesterin senkend und Blutdruck regulierend.
+ Sie haben einen positiven Einfluss auf das Immunsystem.

Eine ausgewogene Ernährung liefert uns pro Tag circa zwei Gramm sekundäre Pflanzenstoffe. Diese 5.000 bis 10.000 unterschiedlichen Verbindungen tragen erheblich zur Förderung unserer Gesundheit bei. Allerdings hat eine einseitige, hochdosierte Aufnahme einzelner Stoffgruppen (zum Beispiel durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln) oder eine nicht sachgemäße Zubereitung unter Umständen negative Effekte: So enthalten die grünen Stellen der Kartoffeln das Solanin, das bei hohem Verzehr zu heftiger Übelkeit, Krämpfen und Problemen im Mineralstoffhaushalt führen kann. Der Farbstoff Beta-Carotin (ein Verwandter des Lycopins) wirkt sich bei hochdosierter Einnahme negativ auf Lungen- und Prostata-Krebserkrankungen aus.

Seit einigen Jahren erfahren wir aber durch die Lebensmittelforschung eine Bestätigung der genannten positiven Wirkungen. Beispielsweise gibt uns das leuchtende Rot der Himbeere oder der Tomate eine jeweils unterschiedliche Variante an Farbstoffen, die uns vor Krebs schützen. Außerdem zeigen uns die Geschichte und die neuesten Studien am Beispiel der Kakaobohne, dass der Kakao nicht nur als Genussmittel, sondern auch als Heilmittel einsetzbar ist. Aktuelle Untersuchungen stellen fest, dass sich pro Tag circa 25 g Bitter-Schokolade (mit 70 % Kakaoanteil) aufgrund des hohen Polyphenol-Anteils (antimikrobiell, krebshemmend und Radikalfänger) günstig auf die Gesundheit auswirken. Eine Tasse Kakao hat doppelt so viele Polyphenole wie ein Glas Rotwein und dreimal so viele Polyphenole wie eine Tasse grüner Tee. Das spricht deutlich für den regelmäßigen Genuss von kakaohaltigen Lebensmitteln.

Zwiebel und Knoblauch passen in viele Gerichte, bringen aber einen häufig unerwünschten Geruch mit sich. Vor allem Knoblauch enthält den Wirkstoff Allicin, der nicht nur das Aroma liefert, sondern sogar eine antibakterielle und krebshemmende Wirkung hat. Doch für den richtigen Zellstoffwechsel im Organismus spielt nicht nur die Aufnahme dieser Stoffe eine Rolle, sondern auch die Verarbeitungsweise und die Enzymaktivität beim Einspeicheln der Produkte. Bleiben wir bei dem Beispiel Knoblauch: Ist er frisch zerdrückt, zerschnitten oder gut gekaut, dann entfaltet er seine Wirkung im Organismus, weil das reine Allicin direkt aufgenommen werden kann. Handelt es sich um ein käufliches Knoblauch-Präparat, enthält es lediglich das Alliin, das längst nicht die beschriebene Wirkung erreicht.

Das Gemüse Brokkoli ist eine wunderbare Quelle für sogenannte Glucosinolate, die den Geruch und Geschmack des Kohls ausmachen. Auch hier hilft es wenig, diese Glucosinolate als reines Präparat einzunehmen. Es müssen aus der Brokkolizelle mithilfe von gutem Kauen weitere Stoffe und Enzyme freigesetzt werden, um eine neue Substanz im Mund herzustellen, das Sulfuraphan. Nur dieser Stoff besitzt die antibakterielle und krebshemmende Wirkung.

Nicht zuletzt spielen Beeren bei der Unterstützung unserer Gesundheit eine hervorragende Rolle: Seit Generationen ist bekannt, dass die Preiselbeere und die gezüchteten Cranberries bestimmte phytochemische Stoffe enthalten, die antibakteriell, insbesondere bei Harnblasen-Entzündungen, wirksam sind.

Neben den Preiselbeeren haben alle Beeren die Phenol-Wirkstoffe Ellagsäuren und Anthocyanidine, die besonders krebshemmend wirken. Daher ist der Verzehr von allen Sorten, wenn möglich Bio-Beeren, zu empfehlen.

Das Fazit aus diesen Beispielen lautet:

Ein Nahrungsergänzungsmittel (NEM), bestehend aus sekundären Pflanzenstoffen, ist teuer und hilft oft wenig. Eine gute Abdeckung der unterschiedlichen sekundären Pflanzenstoffe erreichen Sie durch eine abwechslungsreiche Kost.