Schimmel - die stille Gefahr

Immer wieder ein Thema – besonders im Winter

Fast jeder hat schon auf die ein oder andere Art mit ihm zu tun gehabt. Ob auf altem Obst oder an Brot, an den Wänden oder in der Blumenerde: Schimmel ist ein schier unvermeidbarer Teil unserer Umwelt. Doch wann wird der Pilz zur Bedrohung? Wir klären über Gefahren auf und geben Tipps zur Vorbeugung und Bekämpfung.

Schimmel = schädlich?

Nicht alle Schimmelsorten schaden dem Menschen. Manche sind sogar sehr nützlich: zur Veredelung von Nahrungsmitteln vor allem beim Käse oder als Quelle für Medikamente, in der Hauptsache Antibiotika/Penicillin. Doch der überwiegende Teil der mehr als 100.000 Schimmelarten kann Mensch und Tier teilweise erheblich schaden. Die Bandbreite der Symptome reicht dabei von Kopfweh, Allergien und Atemwegserkrankungen wie Asthma über Geruchsbelästigung bis hin zu Ekzemen oder Vergiftungen. Übersteigt die Konzentration ein bestimmtes Maß, sind häufig gesundheitliche Probleme die Folge. Schon wenige Minuten in einem mit Schimmel infizierten Raum können zu Anfällen führen. Entscheidend für den Effekt ist dabei vor allem die Konzentration des Wirkstoffes, etwa als Gift in der Nahrung oder als Sporen in infizierten Räumen.

Schimmel erkennen

Grundsätzlich ernährt sich Schimmel von organischen Molekülen sowie von Nährstoffen in Lebensmitteln, im Erdboden, Stau und Holz, teilweise sogar in Kunststoffen, Gummi oder Beton. Indikatoren für einen Befall sind neben den typischen schwarzen und gelben Schimmelflecken ein muffiger Geruch. Wer sichergehen will, ob sich der ungebetene Gast in zu hoher Konzentration im Eigenheim breitgemacht hat, lässt den Hausstaub untersuchen. Sogar entsprechende Schimmelspürhunde kommen bei der Suche nach den Pilzen inzwischen zum Einsatz.

Brutstätte Feuchtigkeit

Ganz eliminieren kann man den Pilz allerdings nie. Denn Schimmel – beziehungsweise seine Sporen – kommt in der Natur fast überall vor. Problematisch wird dies aber erst dann, wenn er sich in gesundheitsschädlichen Ausmaßen in Wohnungen festsetzt. Primäre Voraussetzung für seine Ausbreitung sind dabei in der Regel Feuchtigkeit und Temperatur. Deshalb lohnt es sich, die Ursachen erhöhter Feuchte in den eigenen vier Wänden zu überprüfen. Das können etwa defekte Dächer oder Rinnen sein, Risse im Mauerwerk, Rohrbrüche oder Wasserschäden. Auch die unzureichende Abfuhr erhöhter Raumluftfeuchte durch unsachgemäßes Heizen oder mangelnde Wärmedämmung, die zu Kondensation von Wasserdampf führt, sind ideale Brutstätten für Schimmel.

Was tun gegen Schimmel?

Speziell der Spätsommer und der Herbst sind nicht nur die Zeiten allenden Laubs und langer Spaziergänge, sondern leider auch des Schimmels, der dann besonders häufig Wohnungen befällt. Der Grund: Hier wird oft seltener und weniger aus giebig gelüftet als in der Hochsommerhitze. Gleichzeitig sind die Heizungen noch aus. So setzt sich feuchte Luft leichter fest. Wer viele Pflanzen, einen Zimmerspringbrunnen oder andere Feuchtigkeitsquellen besitzt, ist zusätzlich gefährdet. Fast jedes zehnte Haus ist deutschlandweit betroffen, darunter auch zahlreiche Neubauten. Richtiges Lüften in passendem Bau hingegen minimiert das Risiko eines Befalls auf beinahe null. Viermal täglich wird empfohlen.

Selbst wenn es draußen regnet, enthält die einströmende Luft weit weniger Feuchtigkeit als die im Zimmer. Optimalerweise beträgt diese innerhalb von Räumen dauerhaft maximal 65 bis 70 Prozent, entlang von Wandoberflächen maximal 80 Prozent. Hat sich der Schimmel schon breitgemacht, ist die Größe zu beachten. Bis zu einem halben Quadratmeter kann man ihn noch eigenhändig bekämpfen. Entsprechende Salicylsäure- und Ethylalkoholmischungen sind in der Regel in Apotheken erhältlich.

Nicht zu empfehlen ist hingegen das oft als Gegenmittel genannte Essigwasser. Seine organischen Nährstoffe sorgen im schlechtesten Fall sogar dafür, dass sich der Schimmel noch weiter ausbreitet. Wichtig für den Schimmelbekämpfer ist in jedem Fall ein guter Schutz: Handschuhe, Atemschutz und Schutzbrille sind Minimalpflicht. Von Allergien Betroffene sollten hier keinesfalls selbst tätig werden. Nach Abschluss der Arbeiten sollten alle Staubpartikel mit Feinstaubfilter entfernt und glatte Oberflächen mit Haushaltsreinigern abgewischt werden. Körper, Haare und Kleidung gehören gewaschen.

Bei starkem Befall bleibt als einzige Möglichkeit die Sanierung der Räume. Das kann von der bauseitigen Schadensbehebung bis hin zum Austausch ganzer Materialien reichen, speziell bei porösen Stoffen wie Tapeten, Kartonplatten oder Deckenverschalungen. Die bei der Sanierung anfallenden Abfälle sollten in Plastikbeutel verpackt und mit dem Hausmüll entsorgt werden.