Wasser – unser wertvollstes Gut

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Wasser – unser wertvollstes Gut

Die Fakten sind erschreckend:

Bereits im Jahr 2050 wird für ein Drittel aller Menschen nicht mehr genügend sauberes Wasser vorhanden sein. Trotz aller Fortschritte hatten 2006 weltweit etwa eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu Trinkwasser; zwei Drittel davon leben in Asien. Über 70 Prozent der Fläche unseres Planeten besteht aus Wasser. Lediglich 3,5 Prozent des irdischen Wassers liegen als Süßwasser vor – davon sind nur 0,3 Prozent als Trinkwasser nutzbar. Aufgrund dieser Tatsache und einer rasant anwachsenden Weltbevölkerung ist der bewusste Umgang mit dem lebensnotwendigen Gut wichtiger denn je.

Sauberes Wasser – eine Selbstverständlichkeit?

In den Industrieländern besteht jederzeit wie selbstverständlich uneingeschränkter Zugang zu Trinkwasser. Man muss sich jedoch bewusst machen, dass in den Entwicklungsländern ein täglicher Kampf um das kostbare Gut stattfindet. Zwar stieg z. B. in Afrika der Anteil der Bevölkerung mit gesicherter Trinkwasserversorgung von 49 auf 58 Prozent. Dieser Anteil ist aber im weltweiten Vergleich immer noch sehr niedrig.

Wasserverbrauch im Alltag/virtuelles Wasser

127 Liter Wasser – so viel verbraucht laut Statistik jeder Mensch in Deutschland pro Tag. Im weltweiten Vergleich bewegen wir uns damit im oberen Drittel, wobei die USA mit einem Verbrauch von 589 Liter pro Kopf trauriger Spitzenreiter sind. Dabei ist die geringste Menge – etwa ein bis zwei Liter in Getränken und Nahrungsmitteln enthalten. Der Großteil des Verbrauchs entsteht im Haushalt: Kochen (fünf Liter), Wäsche waschen (13 Liter), Abwasch (sieben Liter), Duschen bzw. Baden (46 Liter), Toilettenspülung (34 Liter) und rund neun Liter für die Pflege von Garten und Auto. Für andere Tätigkeiten fallen nochmals 13 Liter an. Dabei ist die tatsächliche Menge, die für die Herstellung von Produkten des täglichen Lebens benötigt wird, viel größer. Nehmen Sie nur mal die Menge „virtuelles“ Wasser in Ihrer morgendlichen Tasse Kaffee: Für einen einzigen Becher Kaffee (circa sieben Gramm Kaffeepulver) benötigt man 140 Liter. Der Großteil muss dabei für den Anbau der Kaffeebohnen aufgewendet werden. Um ein Kilo Kaffee herzustellen, benötigt man während des gesamten Prozesses 21.000 Liter Wasser. Im Durchschnitt verbraucht die Produktion also das Tausendfache an Wasser, als am Ende im Endprodukt steckt.

Unser „Wasser-Fußabdruck“

Neben Kaffee hinterlassen alle bei uns produzierten landwirtschaftlichen und industriellen Güter ihren individuellen „Fußabdruck“. Für Deutschland ergeben sich 1.545 m3³ pro Kopf und Jahr, was einem Wert von 4.230 Liter pro Tag entspricht. Der globale Wasser-Fußabdruck, also die Summe aller nationalen Wasser-Fußabdrücke, beträgt 7.450 Milliarden m3³. Bemerkenswert ist der enorm hohe Anteil, den dabei Nahrungsmittel und andere landwirtschaftliche Produkte ausmachen – nämlich 86 Prozent.

Was wir tun können

Angesichts dieser Entwicklung stellt sich die Frage, wie man zur Verringerung des virtuellen Wasserverbrauchs beitragen kann. Denn dieses Thema betrifft uns alle.

Jeder von uns kann einen Beitrag leisten

  • Am besten regionales und saisonales Gemüse und Obst einkaufen, da vor allem die aus dem Mittelmeerraum, Nordafrika, Israel und der Türkei importierten Produkte derzeit nur selten den An-forderungen an eine effiziente Bewässerung genügen.
  • Den Fleischkonsum reduzieren. Dies empfiehlt auch Anthony Alan, der britische „Erfinder“ des Konzepts des virtuellen Wassers.
  • Bei Unternehmen nachfragen, ob eine Analyse des Wasser-Fußabdruckes der von ihnen produzierten oder verkauften Produkte vorgenommen wurde.
  • Die Bundesregierung und das Parlament (etwa über Ihren Bundestagsabgeordneten) auffordern, speziell auf europäischer Ebene, aber auch in der Entwicklungszusammenarbeit, auf eine nachhaltigere Wasserbewirtschaftung hinzuarbeiten.

Weitere nützliche Informationen rund um das Thema Wasser: www.wasserstiftung.de und www.virtuelles-wasser.de