Wechselwirkungen von Medikamenten mit bestimmten Speisen und Getränken

Herzrasen statt Tiefschlaf?

Wechselwirkungen von Medikamenten mit bestimmten Speisen und Getränken

Viele Menschen können nur beschwerdefrei leben, wenn Sie täglich Medikamente einnehmen. Die wenigsten wissen, dass bestimmte Wirkstoffe in gängigen Medikamenten in Zusammenhang mit Lebensmitteln das allgemeine Wohlbefinden empfindlich beeinflussen können. Wird ein Medikament nicht richtig vertragen, kann dies also durchaus auch an den Ernährungsgewohnheiten liegen. Dies gilt sowohl für verschreibungspflichtige Arzneien wie auch für frei verkäufliche Medikamente.

Nach Angabe des deutschen Apothekerverbandes reagieren über 300 Arzneistoffe auf Lebensmittel. Das bedeutet, dass bei mehr als 12 Prozent der Medikamente, in Verbindung mit Nahrungsmitteln, unerwünschte Nebenwirkungen hervorgerufen werden können.

“Unglückliche“ Kombinationen

Eine „unglückliche“ Kombination könnte zum Beispiel dazu führen, dass ein Arzneimittel gar nicht, weniger, oder viel zu stark als gewünscht wirkt.

Neben Kopfschmerzen kann es unter Umständen sogar zu gefährlichem Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen kommen.

Der Grund liegt darin, dass bestimmte Speisen und Getränke die Aufnahme des Medikamentes in den Blutkreislauf entweder behindern oder fördern, zudem können schwer lösliche Salze oder nicht lösliche Salze Klümpchen entstehen lassen.

Dass Arzneimittel nie zusammen mit Alkohol eingenommen werden dürfen, weiß fast jeder. Doch wem ist bekannt, dass Grapefruits sich absolut nicht mit Arzneimittel vertragen? Die leckeren Früchte bzw. deren Saft können bei bis zu 25 verschiedenen Medikamenten schwere Wechselwirkungen hervorrufen.

Betroffen davon sind insbesondere Medikamente gegen Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Fettstoffwechselstörungen und andere chronische Erkrankungen. Wer zum Beispiel ein Schlafmittel mit einem Glas Grapefruitsaft schluckt, erlebt statt einer ruhigen Nacht möglicherweise einen unerwünschten Vollrausch.

Aber nicht nur Grapefruits können gefährlich werden.

Nachfolgend noch ein paar Beispiele, wo Medikamente in Verbindung mit dem Verzehr von bestimmten Lebensmitteln das allgemeine Wohlbefinden oder die Wirkung beeinflussen können. Vorsicht ist bei der Einnahme von Antibiotika angebracht. Ärzte warnen davor, dass diese mit Kalzium aus Milchprodukten eine Verbindung eingehen, die der Körper nur schwer oder gar nicht verwerten kann. Die Wirkung des Medikamentes reduziert sich dadurch beträchtlich. Kalziumhaltige Lebensmittel wie Milch, Käse, Joghurt & Co. sollten daher bis höchstens zwei Stunden vor oder frühestens zwei Stunden nach der Einnahme von Antibiotika verzehrt werden.

Auf koffein- oder teeinhaltige Getränke, wie Kaffee, Cola, Energy-Drinks oder Tee, sollte bei der Einnahme von Medikamenten verzichtet werden. Dies gilt insbesondere bei Antibiotika oder Asthmamitteln. Das Koffein kann in Verbindung mit Antibiotika verstärkt zu Erregungszuständen, Herzrasen und Schlafstörungen führen.

Bestimmte Antidepressiva erhöhen die Konzentration verschiedener Botenstoffe wie Serotonin oder Dopamin im Gehirn. Auf Käse, Salami, Sauerkraut, Ananas oder Wein, also protein- und tyraminhaltige Lebensmittel, sollten Sie während der Einnahme dieser Medikamente lieber verzichten, denn diese können sogar Bluthochdruckkrisen und Hirnblutungen auslösen.

Sie haben Medikamente gegen Kopfschmerzen eingenommen, doch der Schmerz lässt nicht nach? Wenn Sie unmittelbar vor oder nach Einnahme der Arznei Müsli gegessen haben, könnte der Grund darin liegen. Ballaststoffe verzögern die schmerzlindernde Wirkung der Kopfschmerztablette.

Wichtig ist auch der Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme. Wird im Beipackzettel nicht speziell vor gefährlichen Kombinationen mit Speisen und Getränken gewarnt, gilt folgende Faustregel:

Einnahme vor dem Essen

Die Arznei sollte 60 bis 30 Minuten vor der Mahlzeit eingenommen werden.

Einnahme während des Essens

Die Einnahme muss innerhalb von fünf Minuten nach der Mahlzeit erfolgen.

Einnahme nach dem Essen

Zwischen Mahlzeit und Einnahme sollte ein deutlicher Abstand von 30 bis 60 Minuten liegen.

Genaue Informationen zu Wechselwirkungen Ihrer Medikamente in Zusammenhang mit bestimmten Lebensmitteln gibt Ihnen gerne Ihr Apotheker oder Ihr Arzt. Dies gilt in bestimmten Fällen auch bei Nahrungsergänzungsmitteln.

Generell gilt: Nehmen Sie Medikamente immer mit genügend Wasser ein und trinken Sie frühestens nach einer halben Stunde wieder Fruchtsäfte. Die Kombination Alkohol und Arznei ist absolut tabu!