Wenn die Light-Produkte purzeln
Sie sind hier: Startseite » Gesundheitstipps » Ernährung » Wenn die Light-Produkte purzeln
Wenn die Light-Produkte purzeln

Lange Zeit schienen Lebensmittel für Diabetiker nützlich bis unverzichtbar. Doch nun sorgt ein Beschluss des Bundesrats dafür, dass sie in rund zwei Jahren ganz aus dem Sortiment der Anbieter verschwinden. Der Grund: Scheinbar hilfreiche Süßstoffe sind nicht nur unnötig, sondern teils sogar ungesund. Welche versteckten Gesundheitsfallen
durch die Regelung entschärft werden sollen, und welche möglichen Probleme sie mit sich bringt, klärt dieser Artikel.
Diätfalle künstliche Süßstoffe
Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Dass Lebensmittel speziell für Diabetiker jedoch meist ein stark künstliches Aroma aufweisen, ist allgemein bekannt. Das liegt an den Zukker-Ersatzstoffen wie Sorbit, Isomalt oder Fruktose, die ihnen in der Regel beigemengt sind. Wer aber zu entsprechenden Diabetiker-Produkten greift und davon ausgeht, trotz hemmungslosem Schlemmen nicht zuzunehmen, liegt falsch. Denn die Ersatzstoffe erhöhen zwar nicht den Blutzuckerspiegel, schlagen aber dennoch mit hoher Kalorienzahl zu Buche. Als umso höher stufen Verbraucherschützer die Gefahr ein, dass Konsumenten in Reformhäusern, Apotheken und Supermärkten vergleichsweise teurere Diabetikerprodukte kaufen. Und weit weniger bewusst verzehren als normale Schokolade, Kekse oder Marmelade – schließlich suggerieren Hinweise wie „ohne Zukker“ oder „Diätprodukt“ eine kalorienreduzierte Ernährung.
Schwerer als dieser mögliche Trugschluss wiegen aber die konkreten Nachteile von Sorbit und Co: Da der Körper sie schlechter verarbeitet, können Magenprobleme und Durchfall bei übermäßigem Verzehr auftreten. Nicht erst im Zuge der Anti-Diabitekerlebensmittel rät das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) deshalb, auf entsprechend gekennzeichnete Produkte zu verzichten. Speziell der Fruchtzucker Fruktose stand lang im Ruf, ein idealer Austauschstoff zu sein. Schließlich sorgt er dafür, dass in den ersten Stoffwechselphasen kein Insulin benötigt wird. Allerdings zeigen aktuelle Studien auch gravierende Nachteile, wie etwa vermehrte Cholesterinbildung, auf. Entsprechend stuft das BfR Fruktose als nicht empfehlenswert ein. Zumal geschulte, gut eingestellte Diabetiker durchaus zuckerhaltige Lebensmittel essen können – die abgestimmte Berechnung der Broteinheiten vorausgesetzt.
Probleme durch die Abschaffung
Der Beschluss des Bundesrats, die Diabetikerlebensmittel zu entfernen, wird übrigens nicht mit sofortiger Wirkung umgesetzt. Zwei Jahre haben die Hersteller Zeit, ihre Produkte vom Markt zu nehmen. Aber was bedeutet das für die Diabetiker? Auf lange Sicht mag die Maßnahme sinnvoll sein, doch wird sie mit Sicherheit auch Probleme mit sich bringen. Betroffen davon sind diejenigen Diabetiker, die ihre Insulinmenge bisher auf entsprechend gekennzeichnete Diabetikerlebensmittel abgestimmt haben. Ihnen bleibt keine Wahl, als die Menge neu zu berechnen beziehungsweise einzustellen.
