Frauen- und Männerhäuser
Sie sind hier: Startseite » Gesundheitstipps » Familie » Frauen- und Männerhäuser
Zuflucht für Menschen in Krisen und bei familiärer Gewalt
Jeder Mensch, der von seinem Partner unterdrückt, misshandelt oder geschlagen wird, hat das Recht, die gemeinsame Wohnung mit den Kindern zu verlassen. Ein Frauen- oder Männerhaus ermöglicht dem geschädigten Elternteil sich samt den Kindern einseitig aus der Familie zurückzuziehen, bis entsprechende Gerichtsurteile gefällt werden. Man erhält Unterstützung bei der Suche nach Lösungsmöglichkeiten und Hilfe, rechtliche Ansprüche durchzusetzen und – wenn nötig den Kontakt zu juristischen, pädagogischen u. a. Beratungsstellen herzustellen.
Besuche von Angehörigen oder Bekannten sind in der Regel nicht gestattet.
Bevor man Zuflucht sucht…
Man sollte nach Möglichkeit eine Nachricht in der Wohnung hinterlegen, bevor man sie verlässt. Die Nachricht kann beispielsweise lauten: “Ich/wir sind in Sicherheit. Nachricht wegen unserer gemeinsamen Kinder erfolgt in den nächsten Tagen.” Wichtige persönliche Dokumente, auch die der Kinder, sollte man mitbringen (Geburtsurkunde, Personalausweis, Reisepass, Versicherungsausweise, Versichertenkarte der Krankenkasse, Heiratsurkunde, Mietvertrag, Bankkarte, Impfausweise, …), ebenso die persönlichen Dinge und Kleidung sowie die Schulsachen und Lieblingsspielzeuge der Kinder.
Wem bieten diese Häuser Zuflucht?
- Personen, die Schutz vor psychischer und physischer Gewalt suchen.
- Personen, die von sexueller Gewalt betroffen sind.
- Personen, deren Kinder vom Partner/der Partnerin misshandelt werden.
- Personen, die keinen Ausweg mehr für sich sehen.
Was bietet ein Frauen- bzw. Männerhaus?
Das wichtigste ist, Schutz und Sicherheit zu schaffen! Frauen- und Männerhäuser bieten bedrohten Frauen und Männern sowie deren Kindern Unterkunft und Schutz vor Misshandlungen. Sie haben hier die Möglichkeit, Abstand zu gewinnen und in der Gemeinschaft der Bewohner und Mitarbeiter sich mit den eigenen Erfahrungen auseinanderzusetzen und zu lernen, neue Lebensperspektiven innerhalb oder außerhalb der Partnerschaft zu entwickeln. Schlaf- und Wohnräume dienen als Privatsphäre für den Betroffenen und die Kinder, andere Räume werden gemeinsam benutzt.
Hilfe zur Selbsthilfe ist hier das Konzept. Man kann selbst entscheiden, wie lange man bleiben und welche Unterstützungsangebote man in Anspruch nehmen möchte. Durch das Sozialamt kann eine sofortige Übergangsfinanzierung organisiert werden.
Aus dieser geschützten Position kann man
- sich ausruhen nach erlebten Misshandlungen.
- in Ruhe überlegen, was Sie selber möchten.
- auf Wunsch Beratung und Unterstützung erhalten.
- ohne direkte Bedrohung juristische Schritte einleiten.
- sich eine gewaltfreie Lebensgrundlage schaffen (z. B.eine andere Wohnung suchen).
Die Scham lässt Männer schweigen
Frauen, die Opfer von Gewalt sind, können sich bundesweit in 450 Frauenhäuser flüchten. Männer finden Platz im Berliner Männerhaus, dem bisher einzig bekannten Männerhaus in Deutschland. In das Privathaus wurden inzwischen schon mehr als 150 Männer aufgenommen. Manche Männer bleiben nur eine Nacht, andere finden über Jahre ein neues Zuhause. Zur Aufnahme in ein solches Haus ist keinerlei Beschuldigung des Partners erforderlich, die Aufnahme ist somit jederzeit möglich. Häufig sind Männer Opfer schwerer physischer Gewalt. Allerdings trauen sich Männer kaum darüber zu sprechen, geschweige denn, Anzeige zu erstatten, aus Angst, als „Weichei“ abgekanzelt zu werden. Aus diesem Grund gibt es auch keine konkreten Zahlen darüber, wie viele Männer der Gewalt von Frauen ausgesetzt sind. Viele Männer haben nicht den Mumm, in ein Männerhaus zu flüchten. Aber ganz ohne Hilfe den Weg aus der gewalttätigen Beziehung zu finden, schaffen viele Männer – genauso wie Frauen – nicht. Dabei hilft es, einfach nur mal offen über seine Probleme zu reden und zu wissen, dass es auch andere gibt, die ähnliches durchmachen.
Internet
Hier bekommen Sie Hilfe:
Für Frauen: www.bv-bff.de
Für Männer: www.maennerberatung.de
