Neue Studie warnt vor unnötigen Fruchtwasseruntersuchungen

Fruchtwasseruntersuchungen zur Früherkennung von Erkrankungen und Behinderungen eines ungeborenen Kindes bergen nach wie vor Risiken – bis hin zum Abgang des Fetus. Dies belegt eine aktuell veröffentlichte Studie mit Daten von mehr als 20.000 Schwangeren.

Durch den Einsatz einer Kombination von Ultraschalluntersuchung und Blutanalyse im ersten Drittel der Schwangerschaft ließe sich die Zahl der Fruchtwasseruntersuchungen senken und damit auch das Risiko eines Abortes, sagt DEGUM-Präsident Professor Dr. med. Eberhard Merz, Frankfurt. “Die Entnahme von Fruchtwasser aus der Fruchtblase (Amniozentese) sollte Schwangeren jedoch dann angeboten werden, wenn eine Ultraschalluntersuchung einen Verdacht auf eine angeborene Erkrankung ergeben hat.”

Anhand der Daten von mehr als 20.000 Schwangeren recherchierte Privatdozent Dr. med. Peter Kozlowski vom Institut “Praenatal-Medizin und Genetik”, einem Düsseldorfer Pränatalzentrum, den Schwangerschaftsverlauf werdender Mütter nach einer Amniozentese. Diese verglich er mit fast 13.000 Schwangerschaften, bei denen eine Vorsorge mittels Ultraschall, aber ohne Amniozentese durchgeführt wurde. Es zeigte sich, dass die Amniozentese die Fehlgeburtenrate von 0,82 % auf 1,31 % erhöhte. Die Differenz von fast einem halben Prozent bedeutet, dass auf etwa 200 Amniozentesen eine zusätzliche Fehlgeburt kommt.