Gegen den Baby-Blues
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Familienhilfsangebot “wellcome” eröffnet 2008 neue Standorte
Das Baby ist da, die Freude ist riesig – und nichts geht mehr. Babystress pur, aber keine Hilfe weit und breit. Immer öfter sind Eltern, Geschwister und Bekannte über das ganze Land verstreut. Kinder brauchen Zeit. Eltern alleine sind oft überfordert. Dazu kann die Angst kommen, als Mutter zu versagen. „Baby-Blues“ wird die stimmungsmäßige Labilität kurz nach der Geburt genannt, die 50 bis 80 % aller Mütter befällt.
Zu den drei häufigsten Stressfaktoren, die Mütter angeben, zählen Müdigkeit, Schlafmangel und fehlende Sozialkontakte. Von heute auf morgen stehen die Mütter vor neuen Aufgaben. Die dafür erforderlichen Erfahrungen und Kenntnisse werden in einer zunehmend kinderarmen Gesellschaft nicht im alltäglichen Kontakt mit Freunden, Nachbarn und Familie vermittelt. Müttern fehlt oft die emotionale Zuwendung ihrer Familien, auch die Eifersucht von Geschwistern kann problematisch sein. Zweifel an der Mutterrolle sowie körperliche Veränderungen und vor allem fehlende soziale Unterstützung stresst die Frauen häufig.
“wellcome” – unkomplizierte Familienhilfe
Wer nach der Geburt dringend Hilfe braucht, bekommt sie von “wellcome”. Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin kommt zwei bis drei Mal pro Woche für einige Stunden ins Haus und entlastet junge Mutter und Familien in den ersten Monaten nach der Geburt, wenn kein familiäres Netz oder ein hilfsbereiter Freundeskreis zur Verfügung steht. Die Familien zahlen für die Hilfe 4 € pro Stunde, sofern sie dazu in der Lage sind. Wer nicht so viel zahlen kann, bekommt die Hilfe trotzdem, da am Geld die Hilfe nicht scheitern darf. Das Projekt „wellcome“ möchte einen Beitrag leisten zu einer Gesellschaft, in der Kinder willkommen sind. Mittlerweile sind bundesweit mehr als 600 Ehrenamtliche für junge Familien im Einsatz. Die Ehrenamtlichen, die Hilfe im Übergang leisten und sich nach ein paar Wochen oder Monaten wieder von den Familien verabschieden, sind zwischen zwanzig und siebzig Jahre alt.
Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin
Als Schirmherrin des Projektes “wellcome” eröffnete Bundeskanzlerin Angela Merkel am 7. April in Berlin einen neuen Standort des Angebotes für junge Familien. „Das Konzept von „wellcome“ überzeugt mich. Die praktische und lebensnahe Hilfe für junge Familien ist ein gutes Beispiel für eine Kultur des Hinsehens“, so Merkel.
Unterstützung durch Betriebskrankenkassen
Der BKK Bundesverband unterstützt seit 2006 den Aufbau von “wellcome”-Standorten. Die zurzeit über 60 Einrichtungen sollen so bundesweit auf etwa 250 ausgebaut werden. Weitere Informationen zu „wellcome“ und den aktuellen und geplanten Standorten finden Sie im Internet unter www.wellcome-online.de .
