Bandscheibenvorfall

Bandscheibenvorfall

Unter einem Bandscheibenvorfall können nicht nur das „ältere Semester“ leiden, sondern auch junge Menschen wie Fußballprofi Bernd Schneider von Bayer Leverkusen. Die Betroffenen sind im Durchschnitt zwischen 45 und 55 Jahre alt.

Am häufigsten kommt ein Bandscheibenvorfall zwischen dem vierten und fünften Lendenwirbel und dem Kreuzbein oder im Bereich der Halswirbelsäule (zwischen dem sechsten und siebten Halswirbelkörper) vor. Ein Bandscheibenvorfall tritt meist im Bereich der Lendenwirbelsäule auf, seltener im Bereich der Halswirbelsäule.
Je nach Ort können die Beschwerden bis in die Arme oder vom unteren Rücken über die Oberschenkel bis in die Füße ausstrahlen. Bleibt ein Bandscheibenvorfall zu lange unbehandelt, können bleibende Schäden die Folge sein.

Ein Bandscheibenvorfall entsteht meist mit zunehmendem Alter, wenn der innere Kern der Bandscheibe seine gallertartige Konsistenz und damit seine Pufferfunktion verliert. Dadurch wird der Faserring und vorzugsweise das hintere Längsband überdehnt und gelockert. Durch Fehl- oder Überbelastungen der Wirbelsäule, z. B. beim Heben von schweren Gegenständen, vor allem mit vorgebeugtem Oberkörper, kann sich der Gallertkern in den Rückenmarkskanal vorschieben und auf das umliegende Nervengewebe drücken. In seltenen Fällen können auch Verletzungen oder Unfälle zu einem Bandscheibenvorfall führen.
Neben den altersbedingten Verschleißerscheinungen spielen Übergewicht, eine dauerhafte Fehlbelastung der Wirbelsäule sowie eine zu schwache Rückenmuskulatur bei der Entstehung eines Bandscheibenvorfalls eine Rolle.
Zur Diagnose eines Bandscheibenvorfalls sind Schnittbildverfahren notwendig (CT, MRT). Die Therapie kann meist konservativ ohne Operation durchgeführt werden. Dazu gehören Ruhe, Schmerztherapie und eine Umstellung der Lebensweise. Nur bei Nervenschädigungen ist ein operativer Eingriff mit Entfernung von Bandscheibenmaterial notwendig.

Eine spezifische Vorsorge, die vor einem Bandscheibenvorfall schützt, gibt es nicht. Dennoch kann man durch eine Veränderung der Lebensweise das Risiko verringern:

  • Entlasten Sie Ihre Wirbelsäule durch gezieltes Rücken- und Bauchmuskeltraining.
  • Achten Sie auf Ihr Körpergewicht – Übergewicht belastet den Rücken und die Bandscheiben zusätzlich.
  • Heben Sie schwere Gegenstände nur aus hockender Position mit durchgestrecktem Rücken.
  • Sorgen Sie bei Tätigkeiten im Haushalt und im Berufsleben für eine aufrechte, entspannte Arbeitsposition.
  • Bei überwiegend sitzender Tätigkeit ist es sinnvoll, in kürzeren Abständen aufzustehen und umherzulaufen.
  • Eine ergonomische Gestaltung der Sitzgelegenheiten mit höhenverstellbaren Sitzflächen und -lehnen trägt ebenfalls zur Schonung der Wirbelsäule bei.