Jede dritte Frau unter 20 Jahren hat Anzeichen eines Hallux valgus

High heels – schöne schicke Schuhe!

Kaum eine Frau, die solchen Exemplaren widerstehen kann. Lassen sie doch die Füße kleiner, die Beine länger und die Fesseln schlanker wirken. Und sie lassen die Hüften automatisch weiter schwingen, was den Gang noch weiblicher und unwiderstehlich macht. Doch wer schön sein will, muss leiden! Denn in zu engen Schuhen mit zu hohen Absätzen schmerzen nicht nur schnell die Füße, es kommt gleich zu einer ganzen Reihe orthopädischer Beschwerden. Bei diesem „Zehenspitzengang“ wird die Stoßdämpferwirkung der Beine außer Kraft gesetzt. Das belastet die Bandscheibe, häufig kommt es zu Rückenschmerzen. Weil die Ferse ständig nach oben gepresst wird, verkürzen sich die Wadenmuskeln und die Achillessehne muss diese Verkürzung kompensieren. Sie verändert dadurch zwar nicht ihre Länge, wird bei manchen Stöckelschuh-Trägerinnen jedoch dicker und unbeweglicher. So kommt es, dass Frauen, die regelmäßig hohe Schuhe tragen, auch in flachen Ballerinas beispielsweise starke Schmerzen haben. Wer regelmäßig hohe Schuhe anzieht, verändert nicht nur den ganzen Abrollmechanismus des Fußes, er verlagert sein ganzes Körpergewicht auf den Vorfußballen. Wird dieser ständig belastet, drohen hässliche und schmerzhafte Fehlstellungen.

Vom Knick-Senkfuß zum Hammerzeh

Das beginnt mit einem Knick-Senkfuß oder einem Spreizfuß.
Der Fußballen verformt sich und es kommt zum sogenannten Hallux valgus. Das ist eine Fehlstellung des Großzehen-Grundgelenks, die mit schmerzhaften Entzündungen einhergeht und sich zur Arthrose entwickeln kann. Durch diese Fehlstellung werden häufig auch die benachbarten kleinen Zehen in Mitleidenschaft gezogen. Es kommt zu den sogenannten Hammer- und Krallenzehen: mit der Zeit verformt sich so der komplette Vorfuß.

Einzelfälle?
Mittlerweile hat schon jede dritte Frau unter 20 Jahren Anzeichen eines Hallux valgus. Nicht nur, dass es unschön aussieht und normale Schuhe schon gar nicht mehr passen. Viele leiden langfristig unter starken Schmerzen. Ist die Verformung schon vorangeschritten, ist die Korrektur der Fehlstellung nur durch eine Operation möglich.

Verschiedene OP-Methoden

Mittlerweile werden beim Hallux valgus viele verschiedene Operationsmethoden eingesetzt. Welche genau die Richtige ist, hängt von der Verformung und den Beschwerden jedes einzelnen Patienten ab. Doch ganz gleich, um welche Methode es sich auch handelt: immer wird der Mittelfußknochen in die richtige Stellung gebracht und stabilisiert. Nur so ist die Geradestellung der Großzehe wieder möglich. Je nach Schwere des Eingriffs wird die OP ambulant oder stationär durchgeführt. Die Nachbehandlung ist langwierig und erfolgt über mehrere Wochen. Die Bewegung ist stark eingeschränkt. Die Patienten müssen über Wochen hinweg einen Verbandsschuh tragen, so lange, bis der Knochen geheilt ist. Aber auch dann ist der Fuß immer noch geschwollen, so dass es sich empfiehlt, spezielle Schuhe, die dem Fuß genügend Raum lassen, zu tragen.

Vorbeugen durch Fuß- und Zehengymnastik

Am besten lässt man es gar nicht erst soweit kommen. Mit ein paar Tricks lassen sich schuhbedingte und schmerzhafte Fehlstellungen ganz einfach vermeiden: Im Alltag auf Schuhe mit ordentlichem Fußbett ausweichen. Die helfen, das empfindliche Skelett zu schonen. Zur Vorbeugung hilft regelmäßige Fuß- und Zehengymnastik – ruhig auch mal im Büro. Solche täglichen Dehnübungen halten Muskeln und Bänder stabil. Barfußlaufen kräftigt und trainiert jeden Teil des Fußes und beugt so vielen Veränderungen vor. Man sollte gerade zu Hause so oft es geht barfuß oder auf Socken herumlaufen. Am besten ist es, draußen barfuß zu laufen, im Garten oder am Strand.

Kleiner Trost für passionierte High-Heels-Trägerinnen: Natürlich müssen Sie auf solche Absätze nicht gänzlich verzichten. Wichtig ist aber, dass sie nicht täglich und nur stundenweise zum Einsatz kommen.