Hepatitis-C

Hepatitis C

Sie ist eine der zehn häufigsten Todesursachen in Deutschland und jeder Fünfzehnte weltweit leidet an dieser potentiell tödlichen Krankheit

Rund eine halbe Million Menschen in Deutschland sind mit Hepatitis C infiziert, und jedes Jahr kommen ca. 6.000 Neuinfektionen hinzu. Die hoch ansteckende Leberkrankheit ist damit längst zu einer stillen Epidemie in Deutschland geworden.

Hepatitis – was ist das ?

Diese Infektion verläuft in den allermeisten Fällen vom Betroffenen völlig unbemerkt, da die Krankheit oft relativ lange symptomlos verläuft. Ohne Behandlung führt Hepatitis C langfristig zu Leberversagen oder Leberkrebs und damit zum Tod. Es ist also eine Leberentzündung, die – nicht ausgeheilt – zu dauerhaften Schäden führt und die durch Viren auf unterschiedlichen Wegen übertragen wird. Hepatitis kann auch chronisch verlaufen. Eine akute Leberentzündung kann dann, als Folge und in Verbindung mit verschiedenen Infektionen der Leber auftreten. In der Regel führt dies zu Zirrhose, Leberkarzinom oder anderen bleibenden Leberschäden. Gegen Hepatitis A (HAV), B (HBV) sollte jeder geimpft werden, doch hinzukommen noch weitere neu entdeckte “Untergruppen”, von denen das C-Virus am heimtückischsten und damit gefährlich ist – und gegen das es bisher noch keinen Impfstoff gibt!

Erste Anzeichen?

Eine akute Phase, mit Gelbfärbung der Haut, grippeähnlichen Symptomen u.a. gibt es im Vergleich zu den anderen Hepatitisarten selten, da die Krankheit überwiegend einen chronischen Verlauf nimmt. Kleine Beschwerden wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gelenkbeschwerden, Appetitlosigkeit, die fälschlicherweise anderen Ursachen zugeschrieben werden, dagegen sind dies erste Anzeichen von HCV. Beschwerden der Leber äußern sich erst dann, wenn bereits massive Fibrotisierung (erhöhter Bindegewebsgehalt – Vorstufe einer Zirrhose) oder gar die Zirrhose eingesetzt hat . Oft kann bei Patienten nach 10-30 Jahren mit Leberzirrhose (krankhafte Schrumpfung der Leber) oder in Folge dessen gar mit einem Leberzellkarzinom gerechnet werden. Die davongetragene Schädigung dieses lebenswichtigen Organs verursacht oft keine oder nur geringe Schmerzen.

Häufigste Betroffene?

Diese Krankheit betrifft vor allem Drogenkonsumenten, die HCV-infizierte Spritzen nutzen. Rund 60-90 % tragen diese Krankheit in sich, hingegen haben 9 % der Drogenkonsumenten den Aidserreger HIV im Blut. Früher stellten Bluter die größte Gruppe der Hepatitis-C-Kranken. 80-90 % derjenigen, die vor 1987 Blutgerinnungsfaktoren erhielten, steckten sich an. Zu einem geringen Anteil sind auch Dialysepatienten und Organtransplantierte von HCV betroffen.

Wie wird der Erreger übertragen?

Im wesentlichen wird Hepatitis C durch Blutzu- Blut Kontakte übertragen. Praktisch jeder direkte Blutkontakt (wie bei Transfusionen oder unmittelbarem Kontakt zweier offener Wunden miteinander) kann dieses Virus verbreiten. Die Gefahr beim Geschlechtsverkehr ist ebenfalls hoch, da schon geringste Verletzungen zur Ansteckung führen könnten. Über die sexuelle Übertragbarkeit während eine Schwangerschaft oder Stillzeit ist man sich noch nicht im Klaren. Daher sollte bei Partnern und Kind(ern) der Anti-HCV-Test vorgenommen werden. Es sind jedoch Fälle bekannt, in denen es trotz jahrelanger intimer Beziehungen zu keiner Ansteckung kam und auch keine Übertragung Mutter/Kind erfolgte. In Entwicklungsländern wird die Krankheit gewöhnlich durch Lebensmittel und verseuchtes Trinkwasser übertragen. Weitere Auslöser für eine Hepatitis können sein: Kontakt mit Kohlenstoff- Tetrachloriden, der Giftpilz Amanita Phalloides, Arsen, und bestimmte Drogen, wie z.B. Sulfonamide. Eine abgeschwächte Form der Hepatitis kann von zwei Arten des Herpes- Virus ausgelöst werden: durch das Cytomegalo- Virus und das Epstein- Barr Virus. Welche Bedeutung Hautlymphe, Tränenflüssigkeit, Speichel und andere Körperflüssigkeiten für die Übertragung haben, ist ebenfalls noch nicht im Einzelnen geklärt.

Eine ernst zu nehmende Bedrohung?

Viele halten Hepatitis C für harmloser als es ist. Dabei wird geschätzt, dass etwa 20 % aller Betroffenen lebensbedrohliche Leber-Zustände entwickeln werden. Viermal mehr Menschen sterben an HCV an einem Tag als an Aids in einem Jahr! Weil HCV sich langsamer entwickelt als AIDS, wir aber von 30 bis 40 Jahren ausgehen, bis sich der lebensbedrohliche Leberschaden entwickelt, sehen wir heute nur die erste Welle von Toten dieser Krankheit. Die nächste Welle wird zweifellos viel größer sein. Eine Infektion kann also schon vor Jahren stattgefunden haben, Hepatitis C kostet die Deutschen schon heute viele Millionen € für medizinische Rechnungen und Arbeits-Verlust; und diese Kosten werden dramatisch weiter ansteigen, da mehr und mehr Menschen beginnen werden, ernste gesundheitliche Probleme zu entwickeln.

Was sollte ich tun?

Sprechen Sie ausführlich mit Ihrem Arzt hierüber. Wenn Sie sich über Ihre Ansteckungsrisikien in der Vergangenheit nicht sicher sind, verlangen Sie auf jeden Fall einen Antikörpertest von Ihrem Arzt, da diese Maßnahme nicht bei den üblichen Blutuntersuchungen inbegriffen ist. Vermeiden Sie möglichst unnötige Medikamenteneinnahme und Alkoholkonsum. Stellen Sie Ihre Ernährung langsam auf leberfreundliche Kost um. Und vor allen Dingen: Informieren Sie Sich so umfassend wie möglich über Hepatitis C und deren Auswirkungen und Therapiemöglichkeiten.

Wo bekomme ich Hilfe?

Fundierte Information, die auch ständig aktualisiert werden, können Sie sich auch auf der Homepage des “Deutschen Hepatitis C Forum e.V.” im Internet abrufen: http://www.hepatitis-c.de