Neue Impfempfehlungen
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Neue Impfempfehlungen
Impfstoffe schützen den Einzelnen und die Allgemeinheit.
Ein sicherer Schutz für die Allgemeinheit kann nur dann wirklich effektiv sein, wenn die Impfrate auf einem durchgehend hohen Niveau liegt. Wann gegen was, wie oft und wann muss aufgefrischt werden? Wenn es ums Impfen geht, sind viele Menschen verunsichert. Ein Blick in die Ratschläge der Ständigen Impfkommission kann da helfen. Die hat ihre Empfehlungen nun erneuert.
Was sind Impfempfehlungen?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut in Berlin empfiehlt, welche Impfungen von hohem Wert für den Gesundheitsschutz des Einzelnen und der Allgemeinheit sind, um übertragbaren Krankheiten vorzubeugen. Die STIKO ist ein unabhängiges Expertengremium und wird vom Bundesgesundheitsministerium berufen. Die Impfempfehlungen werden regelmäßig aktualisiert. Anhand dieser Impfempfehlungen kann der Arzt seine Patienten beraten, wie, wann und gegen was sie geimpft sein sollten.
Neu
Eine generelle Masern-Schutzimpfung für junge Erwachsene wird empfohlen. Schwangeren rät die Ständige Impfkommission (STIKO) nun zu einer Influenza-Schutzimpfung. Die Impfempfehlungen für Röteln, Meningokokken, Tollwut und Cholera wurden angepasst und präzisiert.
Die STIKO rät zukünftig allen nach 1970 geborenen Erwachsenen zu einer Masern-Impfung (in Form der Masern-Mumps-Röteln-Impfung). Dies gilt, sofern sie nicht oder nur einmal geimpft sind oder der Impfstatus unklar ist. Besonders Personen, die im Gesundheitsdienst, in der Betreuung von immungeschwächten Menschen oder in Gemeinschaftseinrichtungen arbeiten, sollten die Empfehlung beachten. Sie wurde erweitert, weil in Deutschland immer wieder Masern-Ausbrüche auftreten und vor allem in der Gruppe der jüngeren Erwachsenen Impf- lücken vorhanden sind. Auch bei Jugendlichen gibt es deutliche Lücken im Masern-Schutz. Bei ihnen greift aber die schon seit Jahren bestehende generelle Empfehlung der STIKO, alle im Kleinkindalter versäumten Impfungen vor dem 18. Geburtstag nachzuholen.
Grippe-Impfung für werdende Mütter
Die Influenza-Impfung für die nächste Grippesaison wird nun auch allen Schwangeren nahegelegt. Denn bei ihnen wurde ein deutlich erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe beobachtet. Die Ständige Impfkommission riet bisher Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranken, Medizinpersonal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr sowie Menschen, die Risikopersonen betreuen, zu einer Grippe-Impfung. Der übliche saisonale Impfstoff setzt sich jedes Jahr aus den drei aktuell am häufigsten auftretenden Influenza-Virustypen zusammen. Dieses Jahr wird er auch das pandemische Influenza-Virus (H1N1/„Schweinegrippe“) enthalten. Deshalb ist die spezielle Impfempfehlung zur pandemischen Influenza nicht mehr erforderlich und wurde bis auf Weiteres zurückgezogen.
Die STIKO gab außerdem die Empfehlung heraus, dass alle Frauen im gebärfähigen Alter zweimal gegen Röteln geimpft sein sollten. Bei Meningokokken steht ein neu zugelassener Impfstoff zur Verfügung, den die Ständige Impfkommission nun berücksichtigt. Auch bei den Ratschlägen zur Impfung gegen Tollwut und Cholera gab es Änderungen.
