Frühlingsgefühle

Ist es nicht toll? Die Sonne lacht, die Leute kriechen aus ihren Winterlöchern, die Vögel zwitschern und die dicke Winterjacke kann endgültig im hintersten Winkel vom Kleiderschrank verschwinden. Es ist doch eindeutig Zeit für Frühlingsgefühle! Oder etwa nicht?

Mediziner entromantisieren die aufregendste Jahreszeit, indem sie behaupten, das sei alles “Quatsch”. Die viel zitierten Frühlingsgefühle gibt es also gar nicht? Höchstens bei Eskimos wird von Frühlingsgefühlen gesprochen – denn nur unter natürlichen Lebensbedingungen und starken Unterschieden in den Jahreszeiten sind große Hormonschübe zu erkennen. Im europäischen Klima hingegen macht sich der Wechsel vom Winter zum Frühling bei den menschlichen Hormonen kaum bemerkbar.

Melatonin – das Zauberhormon

Das Hormon Melatonin, das für die Frühlingsgefühle verantwortlich ist, wird durch Sonnenlicht und Wärme beeinflusst. Es sorgt dafür, dass unsere Lustgefühle steigen, wenn das Licht stärker wird und die Temperaturen klettern. Heute scheint aber der Hormonspiegel gar nicht mehr so stark zu schwanken, da die Melatonin-Produktion selbst durch Kunstlicht – also auch im Winter – angeregt werden kann. Da es heutzutage keine richtige Dunkelheit und Kälte mehr gibt, stellen sich die Hormone auch nicht mehr um. Hinzu kommt, dass 60 % der Frauen zwischen 18 und 30 Jahren die Pille nehmen, was die Hormonwelt komplett durcheinander bringt.
Schade… es sieht so aus, als hätte die Zivilisation also unsere schönen Frühlingsgefühle auf dem Gewissen.