Herpes Genitalis

Was ist Herpes genitalis?

Herpes ist eine ansteckende Virus-Krankheit, die durch Herpes-Simplex-Viren (HSV) vom Typ I oder Typ II ausgelöst wird und Haut wie auch Schleimhäute befällt. Herpes macht sich durch Rötung und Gruppen von kleinen mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen bemerkbar. Die Bläschen können schmerzen, brennen oder jukken. Sie platzen und bilden Geschwüre, die im Laufe von zwei bis drei Wochen verheilen, ohne Narben zu hinterlassen. Herpes wird durch engen körperlichen Kontakt, oft durch Geschlechtsverkehr, übertragen und tritt an den Geschlechtsteilen und am After auf. Beim Oralsex kann ein Lippenbläschen auf die Geschlechtsteile übertragen werden – oder umgekehrt. Es gibt zwei verschiedene Typen von HSV. Beide können die Haut und die Schleimhäute des ganzen Körpers angreifen. HSV Typ I, die häufigste Form, ist in der Regel auf den Mund und die Lippen begrenzt. HSV Typ II betrifft besonders die Geschlechtsteile. Etwa 80 % der erwachsenen Bevölkerung haben Antikörper gegen den HSV Typ I in ihrem Blut. Etwa zehn % der Bevölkerung haben Antikörper gegen den HSV Typ II.

Wodurch bekommt man Herpes genitalis?

Herpes genitalis ist in erster Linie eine Geschlechtskrankheit. Falls Sie Herpes haben und schwanger sind, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Bei der Geburt kann das Herpesvirus auf das Kind übertragen werden, weshalb eine Behandlung mit Medikamenten und eventuell eine Kaiserschnitt-Entbindung erwogen werden soll. HSV greift die Zellen der Oberhaut an, es bilden sich mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen. Von der Oberhaut bewegen sich die Herpes-Simplex-Viren über die Nervenbahnen zu den Wurzeln der Nerven, wo das Virus bestehen bleibt. Ist Ihre Immunabwehr zum Beispiel auf Grund einer anderen Erkrankung vermindert, reaktiviert sich das HSV und löst die Herpeserkrankung erneut aus.

Welche Beschwerden treten auf?

Die primäre Infektion (erstmaliges Auftreten der Krankheit) kann sehr unterschiedlich verlaufen:

  • Der erste Herpesausbruch beginnt drei bis neun Tage, nachdem man sich angesteckt hat.
  • Manche Menschen haben keine oder nur sehr leichte Beschwerden. Andere können schwere Beschwerden wie zum Beispiel Fieber, Muskelschmerzen und Kopfschmerzen haben.
  • Begleitet werden diese Symptome von brennenden Schmerzen an den Geschlechtsteilen und/oder am After.
  • Es können Probleme beim Wasserlassen auftreten.
  • Die Bläschen werden zu Geschwüren, die im Laufe von zwei bis drei Wochen verheilen.

Die Chancen auf eine Heilung von Herpes genitalis

Eine Herpesinfektion heilt innerhalb von zwei bis drei Wochen meist von selbst ab. Das Virus bleibt aber ständig im Körper und die Krankheit kann immer wieder neu ausbrechen. Die meisten Menschen mit dem schlafenden Virus für Herpes genitalis im Köper haben keine oder nur wenige Ausbrüche. Die ersten Anzeichen eines Ausbruchs sind ein unangenehm prickelndes oder stechendes Gefühl im Schambereich. Es können wenige Stunden bis Tage vergehen, bis sich die kleinen Bläschen auf der Haut bilden. In sehr schweren Fällen kann sich Herpes von den Geschlechtsteilen über Gesäßhälften bis hin zu den Schenkeln ausbreiten.

Beim Oralsex kann sich Herpes genitalis auf Mund und Rachen ausbreiten und zu einer sehr schmerzhaften Halsentzündung führen. Bei Analsex kann Herpes auf den After übertragen werden und blutigen Ausfluss sowie Schmerzen am After verursachen. Herpes-genitalis Ausbrüche sind oft wesentlich schmerzhafter als gewöhnliche Lippenbläschen. Trotzdem ergeben sich bei manchen Menschen nur geringe Irritationen oder gar keine Beschwerden. Falls Sie Herpes genitalis haben, sollten Sie beim Geschlechtsverkehr ein Kondom benutzen. Auch wenn sie keine Wunden haben, können Sie den Sexualpartner anstekken. Manche Beschwerden, die als Irritation oder Hämorrhoiden gedeutet werden, können in Wirklichkeit
auf Herpes genitalis zurückzuführen sein.