Die zehn Unfruchtbarkeitsirrtümer

Ein Ratgeber für den Kinderwunsch

Einen optimalen Weg, schwanger zu werden, gibt es nicht. Im Umlauf und Volksmund gibt es viele Mythen rund um das Thema Fruchtbarkeit. Dies führt leider auch dazu, dass Paare mit unerfülltem Kinderwunsch nicht zum Arzt gehen und ihnen so Wege zum Wunschkind verschlossen bleiben. Die Präventionskasse räumt mit Unwahrheiten auf und deckt die zehn größten Irrtümer auf.

Wer jahrelang die Pille nimmt, kann später schwerer schwanger werden…

Genau das Gegenteil ist der Fall. Nach Absetzen des Verhütungsmittels steigt die Fruchtbarkeit an. Gerade bei Frauen mit Zyklusstörungen kommt es durch die Ruhigstellung der Eierstöcke zu einer künstlichen Harmonisierung des Hormonhaushalts. Nach Absetzen der Pille verzeichnen Frauen dadurch häufiger eine Schwangerschaft, wenn keine anderen organischen oder hormonellen Ursachen zugrunde liegen. Eine aktuelle Studie mit 60.000 Frauen hat bewiesen, dass Frauen nach Einnahme der Pille genauso schnell in freudiger Erwartung sind wie künftige Mütter, die keine Verhütungsmittel benutzten.

Handys und kabellose Verbindungen verursachen Unfruchtbarkeit…

Selbst Handynutzer, die mehr als vier Stunden pro Tag telefonieren, können Spermienzahlen vorweisen, die im normalen Bereich liegen. Damit bleibt allerdings unbestritten, dass Handys sicherlich zu den Umweltfaktoren gehören, die den Organismus insgesamt belasten und möglicherweise zur Beeinträchtigung der Gesundheit des Menschen beitragen.

Egal welches Gewicht – eine Schwangerschaft tritt gewichtsunabhängig ein…

Sowohl Über- als auch extremes Untergewicht verursachen beispielsweise Hormonstörungen, die den weiblichen Zyklus durcheinanderbringen. Extreme Schlankheit wie auch übermäßige sportliche Betätigung verhindern den Eisprung und können sogar zum Ausbleiben der Periode führen. Aber auch bei Männern mit Untergewicht lassen Libido und Qualität der Spermien nach. Als Faustregel gilt: ihr Gewicht sollte maximal plus/minus 15 % unter- oder oberhalb des Idealgewichts liegen.

Jungs, die zu heiß baden, schaden ihrer Fruchtbarkeit dauerhaft…

Temperaturen, die über der Körpertemperatur liegen, beeinflussen die Spermienqualität. Allerdings stimmt es nicht, dass Spermien dauerhaft Schaden nehmen. Temporär beeinflussen heiße Bäder Beweglichkeit und Anzahl der Spermien durchaus. Nach der Hitzeeinwirkung gebildete Zellen bleiben davon jedoch unbeeinflusst. Männer, die sich zusammen mit ihrer Partnerin ein Kind wünschen, sollten jedoch häufiges Saunieren, Sitzheizung im Auto & Co. meiden.

Die Fruchtbarkeit nimmt erst ab dem 40. Lebensjahr ab…

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau schwanger wird, nimmt bereits ab dem 25. Lebensjahr langsam, ab dem 35. sprunghaft ab. Da sich heute aber immer mehr Paare später – im Durchschnitt ab dem 30. Lebensjahr – für ein Kind entscheiden, fällt dies deutlicher ins Gewicht. Bei Frauen um die 40 sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei ungeschütztem Verkehr auf zehn bis 15 %.

Solange eine Frau stillt, kann sie nicht schwanger werden…

Stillen macht eine Schwangerschaft unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich! In der Stillzeit wird zwar die Bildung von Hormonen verhindert, die die Reifung der Eizellen und den Eisprung steuern; dadurch sinkt die Fruchtbarkeit und die Menstruation bleibt aus, die Frau ist aber nicht unbedingt unfruchtbar. Frischgebackene Mütter, die sich noch kein neues Kind wünschen, sollten also ganz normal verhüten.

Eine Schwangerschaft braucht Zeit…

Da die Erfolgsrate für eine natürliche Schwangerschaft pro Zyklus durchschnittlich bei 25 bis 30 % liegt, benötigen Paare mit Kinderwunsch mehrere Versuche, um auf natürlichem Weg schwanger zu werden. Wenn Sie trotz regelmäßigem Sex in ein bis zwei Jahren nicht schwanger werden, sollten Sie sich an einen Mediziner wenden. Dieser kann mögliche Ursachen abklären und zu einer sinnvollen Behandlung raten.

Von Unfruchtbarkeit sind nur wenige Frauen betroffen…

Jedes fünfte Paar in Deutschland ist ungewollt kinderlos. Auch die Ursachen betreffen meist zu gleichen Anteilen Männer und Frauen. So stellen Mediziner bei Männern häufig fest, dass sie entweder nicht ausreichend viele oder zu wenig bewegliche Spermien bilden. Bei Frauen liegen wiederum häufig Störungen im Hormonhaushalt, in der Funktion der Eileiter oder der Gebärmutter zugrunde.

Rauchen im Jugendalter führt zu Fehlbildungen von Eileiter und Gebärmutter…

Natürlich ist Rauchen ungesund und hinterlässt Spuren an den Geschlechtsorganen. Zu Fehlbildungen führt der Zigarettenkonsum jedoch nicht. Vielmehr erhöht er das Risiko, an Geschlechtskrankheiten, Gebärmutterkrebs sowie Eileiterschwangerschaften zu erkranken. Aber gerade bei Männern beeinflusst der Tabakkonsum die Spermienqualität.

Am Tag des Eisprungs besteht die größte Chance, schwanger zu werden…

Dies stimmt nicht, denn das Ei gilt nur 18 bis 24 Stunden nach dem Eisprung als befruchtungsfähig. Findet der Eisprung morgens und der Geschlechtsverkehr abends statt, kann es zur Befruchtung schon zu spät sein. Am besten schläft das Paar bereits zwei Tage vor dem Eisprung miteinander, da so die Wahrscheinlichkeit auf eine Schwangerschaft steigt. Spermien verweilen nämlich mehrere Tage in der Gebärmutter und befinden sich so zum Zeitpunkt der fruchtbarsten Tage im Körper der Frau.