Verhütungsmethoden im Vergleich

Wie sicher ist Ihr Verhütungsmittel wirklich?

Es gibt zahlreiche Mittel und Methoden zur Empfängnisverhütung. Die folgende Tabelle bietet einen kurzen Überblick über ihre Sicherheit. Mit Hilfe des Pearl-Index, lassen sich Verhütungsmittel auch auf Sicherheit miteinander vergleichen.

Verhütungs- methode Sicherheit (Pearl-Index) Funktion Vorteile Zu beachten Kosten pro Monat/Jahr Für wen zu empfehlen?
Pille 0,1 – 0,9 sehr hohe Sicherheit Tablette, die die Hormone Östrogen und Gestagen enthält; verhindert den Eisprung reguliert den Zyklus; verringert Regelschmerzen; verbessert
die Haut; lindert prämenstruelle Beschwerden (wie z.B. Brustspannen)
tägliche Einnahme nötig; Erbrechen, Durchfall oder Medikamente beeinträchtigen die Sicherheit 5 – 12 € pro Monat; bis zum 20. Lebensjahr übernimmt die Krankenkasse die Kosten für junge, gesunde Frauen, die sicher verhüten wollen; nicht geeignet für starke Raucherinnen und Übergewichtige (Thrombosegefahr)
Hormon- implantat 0,1 sehr hohe Sicherheit Kunststoffstäbchen mit dem Hormon Gestagen wird inden Arm implantiert; verhindert den Eisprung keine Gefahr von Einnahmefehlern; 3 Jahre anhaltender Empfängnisschutz muss durch den Frauenarzt in kleiner Operation implantiert und entfernt werden; unregelmäßige Blutungen, Hautprobleme und Gewichtszunahme
möglich
9 – 13 € pro Monat; 350 – 450 € für 3 Jahre inklusive Einsetzen für Frauen, die keine Östrogene vertragen und einen nregelmäßigen Lebensrhythmus haben
Sterilisation bei der Frau 0,2 – 0,3 sehr hohe Sicherheit über eine Bauchspiegelung
werden die Eileiter mit Hitze verschweißt oder mit einem kleinen Clip abgeklemmt oder durchtrennt, so dass kein Ei mehr durch den Eileiter in die Gebärmutter gelangen kann
Das hormonelle Gleichgewicht wird nicht gestört. Es reifen weiterhin Eier in den Eierstöcken
heran. Sie werden dann vom Gewebe aufgenommen. Auch die Monatsblutung findet wie gewohnt statt.
Irreversibilität. Bei einem Teil der Patientinnen kann es zu einer Ovarialinsuffizienz und einem vorzeitigen Eintritt in die Menopause durch Reduzierung der ovariellen Blutversorgung bei ausgedehnter Koagulation kommen. ca. 600 bis 1.000 € inklusive Nachuntersuchung für Frauen mit abgeschlossener Familienplanung
Sterilisation beim Mann 0,1 – 0,3 sehr hohe Sicherheit Die Samenleiter werden in
einem kleinen, meist ambulanten Eingriff und durchtrennt und somit die Unfruchtbarkeit des Manns ausgelöst. Der Eingriff erfolgt unter Lokalanästhesie.
Beim Orgasmus wird weiterhin
Flüssigkeit ausgestoßen, sie enthält nur keine Samenzellen mehr. Es gibt also keinen Grund, vor Potenzproblemen Angst zu haben.
Irreversibilität. Die Zeugungsfähigkeit bleibt noch
etwa drei Monate nach dem Eingriff bestehen, da sich etliche befruchtungsfähige Samenfäden
in dem Gangsystem und in der Samenblase halten können.
ca. 450 bis 500 € inklusive Nachuntersuchung für Männer mit abgeschlossenen Familienplanung
Hormonspirale 0,1 – 0,2 sehr hohe Sicherheit kleines flexibles Kunststoff-T, das das Hormon Gestagen enthält; verbindet Vorteile von Minipille und Spirale; verhütet lokal in der Gebärmutter; der Eisprung wird nicht unterdrückt keine Anwendungsfehler möglich; natürlicher Zyklus bleibt erhalten; kann bis zu 5 Jahre liegen bleiben; Monatsblutungen werden schwächer; Anwendung auch in der Stillzeit möglich; wird durch den Frauenarzt in die
Gebärmutter eingelegt; zu Beginn Zwischenblutungen möglich
5 – 8 € pro Monat; 350 – 450 € für 5 Jahre inklusive Einlage für Frauen, die bequem und langfristig verhüten wollen
Hormonring 0,4 – 1,8 hohe Sicherheit Scheidenring mit 5,4 cm Durchmesser; enthält die
Hormone Östrogen und Gestagen; wirkt wie die Pille, verhindert den Eisprung
Wechsel alle 3 Wochen nötig; Erbrechen oder Durchfall beeinträchtigen die Sicherheit nicht eventuell unangenehme Selbstmanipulation bei Einlage in die Scheide; kann beim Sex spürbar sein und
unbemerkt verloren gehen; Gefahr von Scheidenentzündungen
13 – 20 € pro Monat; ca. 160 € pro Jahr für Frauen mit unregelmäßigem Lebensrhythmus
Drei-Monats-Spritze 0,3 – 1,4 hohe Sicherheit Depot-Spritze mit dem Hormon Gestagen; verhindert den Eisprung oder die Befruchtung und Einnistung der Eizelle keine Gefahr von Einnahmefehlern; 3 Monate anhaltende Verhütungswirkung wird alle 3 Monate oder 12 Wochen durch den Frauenarzt gespritzt; unregelmäßige Blutungen und Gewichtszunahme möglich ca. 10 € pro Monat; ca. 120 € pro Jahr inklusive Spritzen für Frauen, die andere Methoden nicht anwenden können oder wollen, z.B. bei Östrogenunverträglichkeit
Kondom 3 – 5 mittlere Sicherheit Gummischutz, der über das steife Glied gezogen wird;
das Ejakulat (Sperma) gelangt nicht in die Scheide
bietet wirksamen Schutz vor Aids/HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten; mit anderen Verhütungsmethoden kombinierbar kann platzen oder reißen; Cremes, Öle oder Überschreitungen des Haltbarkeitsdatums können die Sicherheit beeinträchtigen; die Anwendung beim Sex kann als störend emfpunden werden; Latexallergie 0,30 – 1 € pro Stück; rezeptfrei für Frauen ohne festen Partner oder mit neuem Partner; zum Schutz vor Aids oder anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen
chem. Verhütungsmittel 5 – 20 geringe Sicherheit Spermizide als Zäpfchen, Schaum, Creme oder Gel; anzuwenden in der Scheide; bildet eine Sperre für die Spermien und hemmt
zusätzlich die Spermien-Beweglichkeit
bei Bedarf jederzeit einsetzbar sehr unsicher; kein Schutz vor Infektionen; brennen in der Scheide und/oder am Penis möglich; ca. 10 Min. vor dem Verkehr in die Scheide einführen; wirkt nur ungefähr eine Stunde ca. 8 – 10 € pro Packung; rezeptfrei als alleiniger Schutz zu unsicher; nur zu empfehlen in Verbindung mit Kondom oder Diaphragma/Portiokappe

Bewertung mit Pearl Index

Um sich für das richtige Verhütungsmittel entscheiden zu können, muss man wissen, wie sicher
es ist. Je niedriger der Pearl-Index, desto sicherer ist ein Verhütungsmittel. Ausgegangen wird von einer Gruppe von 100 sexuell aktiven Frauen. Mit dem Pearl-Index wird die Zahl der Frauen angegeben, die trotz Einnahme eines bestimmten Verhütungsmittels nach Ablauf eines Jahres schwanger werden. Experten unterscheiden zwischen “Sicherheit der Methode” und “Sicherheit unter Lebenspraxis”. Dadurch ergeben sich die Spannen des Pearl-lndex.

Pearl-Index = Zahl der Schwangeren von 100 Frauen in einem Jahr

Beispiel

Pearl Index 2 = in einem Jahr werden zwei Frauen von 100 sexuell aktiven Frauen schwanger